Ich glaube, es gibt drei Typen von Menschen, wobei jeder einem dieser Typen zuzuordnen sein müsste.
1. Der Suchende
Dieser Typ Mensch ist dazu bestimmt, irgendetwas zu suchen. Ich persönlich zähle mich ebenfalls dazu, denn ich suche nach emotionaler Sicherheit und einem Jungen, der mir diese Sicherheit bieten kann, und das für immer und ewig. Andere suchen nach Erfolg, Verständnis oder sonst etwas.
2. Der Gebende
Diese Sorte wurde geboren, um anderen Leuten ein Stückchen Glück abzugeben und sie zufrieden zu machen. Ich kenne solche Leute, meine beste Freundin ist so jemand, und ein guter Bekannter von mir ebenfalls. Mein bester Kumpel ist auch so ein Engel. Wie auch immer, es gibt von dieser Sorte nicht viele. Solch eine Person zu verlieren, ist eine Todsünde.
3. Der Nehmende
Solche Leute ziehen einem Lebensenergie ab und merken es oftmals noch nicht einmal. Man sollte sich mit so einer Bagage eigentlich gar nicht abgeben, aber eigenartigerweise tut man es trotzdem. Blöd, aber leider wahr. Somit läuft man Gefahr, die Energie, die ein Gebender freigesetzt hat, gleich wieder an einen beliebigen Schmarotzer zu verschwenden. Zum Glück gibt es nur wenige dieser energetischen Trickbetrüger.
In diesem Sinne,
die - jetzt los-müssende - Sojabohne.
Freitag, 4. Juni 2010
Mittwoch, 19. Mai 2010
Konstante ist Trumpf :)
Ich glaube, es ist nie zu spät, einen neuen Weg einzuschlagen. Nie. Man muss nur wollen, das ist alles. Ein bisschen eher hätte mir dieses Licht aber auch aufgehen können, wesentlich eher. Wahrscheinlich ist das "einen-neuen-Weg-einschlagen" nur eine Frage der Übung. Wenn sich in einem Leben ständig alles ändert, müsste man es ja eigentlich gewohnt sein, immer und immer wieder von vorne anzufangen, in der Hoffnung, irgendwann auf eine schöne, sichere Konstante zu stoßen. Ganz ohne Konstanten lebt es sich eben doch allzu umständlich. Konstante ist Trumpf. :)))
Sorry, dass dieser Eintrag zur Abwechslung so kurz ausfällt, aber es ist fast drei Uhr morgens und eine Tüte Schlaf täte mir wirklich gut.
In diesem Sinne,
die Sojabohne.
Sorry, dass dieser Eintrag zur Abwechslung so kurz ausfällt, aber es ist fast drei Uhr morgens und eine Tüte Schlaf täte mir wirklich gut.
In diesem Sinne,
die Sojabohne.
Samstag, 3. April 2010
"Germany's next Topmodel" und so -.-
Vor etwa zwei Tagen war ich mit einer Freundin und einer Freundin meiner Freundin in einer Münchner Diskothek. Einlass war schon um 20 Uhr, und das hatte auch einen Grund: "Germany's next Topmodel". Warum sich unzählige Mädels möglichst heftig auftakeln (Seidenstrümpfe, High-Heels, kaum erwähnenswerte Röcke und Ausschnitte bis zum Bauchnabel... Wie soll man damit tanzen??? Wir kamen wenigstens noch in Ballerinas und Jeans, da kann man sich auch mit bewegen...), nur um zwei Stunden Zickenterror und Psychospielchen zu schauen und hinterher kläglich dabei scheitern, auch nur einen Schritt zu tun, ist mir unbegreiflich.
Aber darum soll es nicht gehen. Es ist zum Glück jedem selbst überlassen, wie er sich kleidet. Ist ja nicht mein Bier, wenn diese dummen Weiber sich ihre Beine brechen, sich von betrunkenen Machos begatten lassen und am Ende des Abends zwischen Tanzfläche und Garderobe bestiegen werden. Von den Spätfolgen einer verhütungsfreien Nacht gar nicht zu reden. Aber egal.
Nein, es geht um diese Sendung. Ich meine, klar, man KANN ja gewinnen, in gewisser Weise lohnt sich eine Teilnahme also auch. Man ist auch für ein paar Wochen deutschlandweit bekannt, nicht einmal als Nichtzuschauer kommt man um die Erkenntnis herum, wer gewonnen hat und wer nicht. Auf ein paar Plakaten und Titelseiten wird man auch abgedruckt, logisch, aber wie lange bleibt man den Leuten denn wirklich im Gedächtnis? Den Machern der Show geht es doch nur um Profit, und mal ehrlich, Heidi Klum ist auf den Laufstegen der Welt nicht mehr so oft zu sehen. Sie ist ja nicht mal schön, aber darüber lässt sich streiten. Irgendwo muss die Frau ja ihr Geld herkriegen. Models haben als laufende Kleiderständer eben nur ihre Jugend vorzuweisen, und die vergeht.
Deshalb gibt es die Sendung ja auch nur. Dass die Dame durch ihren Auftritt in der McDonalds-Werbung bekannter ist als durch ihre Modelaktivitäten, ist beim besten Willen kein Zeichen dafür, dass ihre Karriere gut läuft. Und wie sie ihre Mädels behandelt, ist eigentlich auch eine Schande. Wer nicht spurt, wird runtergemacht, dabei kann Frau Klum wahrscheinlich nicht graziler laufen als die dummen Mädchen, die sich von dieser Verarsche eine Zukunft erhoffen. Vor kurzem habe ich Gewinnerin der vorigen Staffel in der Müller-Joghurt-Werbung gesehen, so viel dazu.
Da geben zwanzig Mädels ihre mögliche Karriere auf, brechen die Schule ab und Ähnliches, und was haben sie davon? Da sie noch so jung sind, konnten sie natürlich noch keine richtige Persönlichkeit entwickeln und werden so geformt und erzogen, wie es der Jury passt. Wer nicht hineinpasst und keine Lust hat, das Spiel mitzuspielen (also die eigene Persönlichkeitsentwicklung aufzugeben), wird eben rausgeworfen, frei nach dem Motto "Was nicht passt, wird passend gemacht" bzw. "Mach kaputt, was dich kaputt macht". Wenn eine sowieso recht emotional ist und mit Stress nicht zurechtkommt, wird erst recht Druck auf sie ausgeübt, damit sie auch ja früher oder später einen Kollaps bekommt. Dann wird sie wieder "gnädig" aufgenommen, nunmehr als gebrochener Charakter, der gehorchen wird, ganz gleich, was du ihm zumutest.
Denn genau darum geht es ja, die Mädels zu brechen, zu formen und dann wieder fallen zu lassen. Das wollen die Menschen ja auch irgendwie sehen. Nebenbei wird noch ein paar Mal die Privatsphäre nicht geachtet, die eine wird beim Heimweh gefilmt, die nächste beim Streit mit ihrer Freundin, die andere, wenn sie mit ihrem Freund Schluss macht, usw. Dass all diese Mädchen trotz dieser unwürdigen Behandlung - von der sie ja schon durch die vorherige Staffel wussten, dass sie gegeben sein würde - noch glauben, sie könnten berühmt werden und groß rauskommen... Unglaublich, so viel Optimismus verdient den Nobelpreis!
Arme, dumme Mädchen. Ein abgewracktes Nichtmehr-Topmodel, das für McDonalds wirbt. Prominente Jurymitglieder, die keiner kennt und die man hinterher ganz schnell wieder vergisst. Und wenn man das alles gut verrührt und der Öffentlichkeit zugänglich macht, kommt "Germany's next Topmodel" heraus, die erste Topmodel-Show Deutschlands, die weder von Topmodels geleitet wird noch Topmodels ausbildet. Wohl bekomm's!
In diesem Sinne,
die Sojabohne.
Aber darum soll es nicht gehen. Es ist zum Glück jedem selbst überlassen, wie er sich kleidet. Ist ja nicht mein Bier, wenn diese dummen Weiber sich ihre Beine brechen, sich von betrunkenen Machos begatten lassen und am Ende des Abends zwischen Tanzfläche und Garderobe bestiegen werden. Von den Spätfolgen einer verhütungsfreien Nacht gar nicht zu reden. Aber egal.
Nein, es geht um diese Sendung. Ich meine, klar, man KANN ja gewinnen, in gewisser Weise lohnt sich eine Teilnahme also auch. Man ist auch für ein paar Wochen deutschlandweit bekannt, nicht einmal als Nichtzuschauer kommt man um die Erkenntnis herum, wer gewonnen hat und wer nicht. Auf ein paar Plakaten und Titelseiten wird man auch abgedruckt, logisch, aber wie lange bleibt man den Leuten denn wirklich im Gedächtnis? Den Machern der Show geht es doch nur um Profit, und mal ehrlich, Heidi Klum ist auf den Laufstegen der Welt nicht mehr so oft zu sehen. Sie ist ja nicht mal schön, aber darüber lässt sich streiten. Irgendwo muss die Frau ja ihr Geld herkriegen. Models haben als laufende Kleiderständer eben nur ihre Jugend vorzuweisen, und die vergeht.
Deshalb gibt es die Sendung ja auch nur. Dass die Dame durch ihren Auftritt in der McDonalds-Werbung bekannter ist als durch ihre Modelaktivitäten, ist beim besten Willen kein Zeichen dafür, dass ihre Karriere gut läuft. Und wie sie ihre Mädels behandelt, ist eigentlich auch eine Schande. Wer nicht spurt, wird runtergemacht, dabei kann Frau Klum wahrscheinlich nicht graziler laufen als die dummen Mädchen, die sich von dieser Verarsche eine Zukunft erhoffen. Vor kurzem habe ich Gewinnerin der vorigen Staffel in der Müller-Joghurt-Werbung gesehen, so viel dazu.
Da geben zwanzig Mädels ihre mögliche Karriere auf, brechen die Schule ab und Ähnliches, und was haben sie davon? Da sie noch so jung sind, konnten sie natürlich noch keine richtige Persönlichkeit entwickeln und werden so geformt und erzogen, wie es der Jury passt. Wer nicht hineinpasst und keine Lust hat, das Spiel mitzuspielen (also die eigene Persönlichkeitsentwicklung aufzugeben), wird eben rausgeworfen, frei nach dem Motto "Was nicht passt, wird passend gemacht" bzw. "Mach kaputt, was dich kaputt macht". Wenn eine sowieso recht emotional ist und mit Stress nicht zurechtkommt, wird erst recht Druck auf sie ausgeübt, damit sie auch ja früher oder später einen Kollaps bekommt. Dann wird sie wieder "gnädig" aufgenommen, nunmehr als gebrochener Charakter, der gehorchen wird, ganz gleich, was du ihm zumutest.
Denn genau darum geht es ja, die Mädels zu brechen, zu formen und dann wieder fallen zu lassen. Das wollen die Menschen ja auch irgendwie sehen. Nebenbei wird noch ein paar Mal die Privatsphäre nicht geachtet, die eine wird beim Heimweh gefilmt, die nächste beim Streit mit ihrer Freundin, die andere, wenn sie mit ihrem Freund Schluss macht, usw. Dass all diese Mädchen trotz dieser unwürdigen Behandlung - von der sie ja schon durch die vorherige Staffel wussten, dass sie gegeben sein würde - noch glauben, sie könnten berühmt werden und groß rauskommen... Unglaublich, so viel Optimismus verdient den Nobelpreis!
Arme, dumme Mädchen. Ein abgewracktes Nichtmehr-Topmodel, das für McDonalds wirbt. Prominente Jurymitglieder, die keiner kennt und die man hinterher ganz schnell wieder vergisst. Und wenn man das alles gut verrührt und der Öffentlichkeit zugänglich macht, kommt "Germany's next Topmodel" heraus, die erste Topmodel-Show Deutschlands, die weder von Topmodels geleitet wird noch Topmodels ausbildet. Wohl bekomm's!
In diesem Sinne,
die Sojabohne.
Sonntag, 28. März 2010
Zum Thema Tod
Der Tod ist etwas, das in unserer heutigen Gesellschaft - aber bestimmt auch immer schon - nicht als ernsthafte Bedrohung oder bedeutungsvolle Sache gesehen wird. Zumindest, solange man nicht direkt davon betroffen ist. Nun kann ich zu meinem Glück sagen, dass ich noch nie einen Todesfall in meiner Familie hatte, der mich wirklich berührt hätte. Aber vor ein paar Tagen habe ich etwas gesehen, das mir die Augen geöffnet hat.
Ich war mit meinen Leutchens am Strand unterwegs, und irgendwo dort lag ein totes Wildschwein, zum Glück noch nicht sehr lange. Es war ja auch noch einen Deut zu kalt, als dass es bereits verwesen hätte können. Auch die Maden hatten sich noch nicht daran zu schaffen gemacht, gelobt sei der Kühlschrankeffekt. Okay, das soll's dann gewesen sein mit den ekligen Details. =)
Tja, und dieses Tier hat mir tatsächlich zu einer ganz anderen Sichtweise verholfen. Es ist nicht leicht zu beschreiben. Das Viech sah aus, als hätte es nie wirklich gelebt, als würde die Seele, der Geist oder was auch immer fehlen. Als würde das Leben an sich in ihm fehlen. Man hätte meinen können, es sei nur eine kunstvoll gestaltete Hülle von etwas. In diese Gedanken versunken wurde mir erst klar, warum uns Menschen lebendige Dinge lebendig erscheinen: es ist der innere Antrieb, der uns zur Bewegung treibt, der Glanz in den Augen, die Reflexe, die dem Kunstwerk Körper den optischen Inhalt geben. Und wenn dieser Inhalt dann fort zu sein scheint, wird uns erst richtig klar, dass vorher etwas in dem Körper drin gewesen muss. Dieses Etwas nennt der Mensch dann Seele.
Bloß, wohin verschwindet die Seele, wenn das Wesen stirbt? Vermutlich dahin, wo sie auch hergekommen ist. Und wo kommt sie her? Okay, schauen wir mal im antiken Griechenland vorbei: damit der Mensch, also sein Abbild, leben konnte, musste Athene ihm erst den Lebensatem einblasen. Und im Christentum? Da haben wir wieder die Seele, die am Ende aufersteht und entweder zu Gott oder zum Teufel fliegt. Mal ehrlich, diese ganzen Zusammenhänge werden doch erst verständlich, wenn man nachvollziehen kann, wie die Leute überhaupt darauf kommen, dass da etwas wie eine Seele ist.
Na ja, nach der Entdeckung dieses Tieres war die allgemeine Stimmung natürlich eher gedämpft und der Rest des Nachmittags verlief eher still und melancholisch. Schade, definitiv schade. Aber hey, wieder mal etwas dazugelernt. =)
In diesem Sinne,
die Sojabohne.
P.S.: Mein Väterchen meinte, es sei mittlerweile eklatant, dass die Verabschiedung immer dieselbe sei. Das nehme ich zur Kenntnis und ich gelobe auch Besserung, jedoch fällt mir keine andere ein. Also, wer auch immer bisher noch dachte, ich hätte es noch nicht gewusst, der sei jetzt belehrt, dass die Sojabohne einfach nur zu unkreativ ist, was Besseres zu schreiben. ;)
Ich war mit meinen Leutchens am Strand unterwegs, und irgendwo dort lag ein totes Wildschwein, zum Glück noch nicht sehr lange. Es war ja auch noch einen Deut zu kalt, als dass es bereits verwesen hätte können. Auch die Maden hatten sich noch nicht daran zu schaffen gemacht, gelobt sei der Kühlschrankeffekt. Okay, das soll's dann gewesen sein mit den ekligen Details. =)
Tja, und dieses Tier hat mir tatsächlich zu einer ganz anderen Sichtweise verholfen. Es ist nicht leicht zu beschreiben. Das Viech sah aus, als hätte es nie wirklich gelebt, als würde die Seele, der Geist oder was auch immer fehlen. Als würde das Leben an sich in ihm fehlen. Man hätte meinen können, es sei nur eine kunstvoll gestaltete Hülle von etwas. In diese Gedanken versunken wurde mir erst klar, warum uns Menschen lebendige Dinge lebendig erscheinen: es ist der innere Antrieb, der uns zur Bewegung treibt, der Glanz in den Augen, die Reflexe, die dem Kunstwerk Körper den optischen Inhalt geben. Und wenn dieser Inhalt dann fort zu sein scheint, wird uns erst richtig klar, dass vorher etwas in dem Körper drin gewesen muss. Dieses Etwas nennt der Mensch dann Seele.
Bloß, wohin verschwindet die Seele, wenn das Wesen stirbt? Vermutlich dahin, wo sie auch hergekommen ist. Und wo kommt sie her? Okay, schauen wir mal im antiken Griechenland vorbei: damit der Mensch, also sein Abbild, leben konnte, musste Athene ihm erst den Lebensatem einblasen. Und im Christentum? Da haben wir wieder die Seele, die am Ende aufersteht und entweder zu Gott oder zum Teufel fliegt. Mal ehrlich, diese ganzen Zusammenhänge werden doch erst verständlich, wenn man nachvollziehen kann, wie die Leute überhaupt darauf kommen, dass da etwas wie eine Seele ist.
Na ja, nach der Entdeckung dieses Tieres war die allgemeine Stimmung natürlich eher gedämpft und der Rest des Nachmittags verlief eher still und melancholisch. Schade, definitiv schade. Aber hey, wieder mal etwas dazugelernt. =)
In diesem Sinne,
die Sojabohne.
P.S.: Mein Väterchen meinte, es sei mittlerweile eklatant, dass die Verabschiedung immer dieselbe sei. Das nehme ich zur Kenntnis und ich gelobe auch Besserung, jedoch fällt mir keine andere ein. Also, wer auch immer bisher noch dachte, ich hätte es noch nicht gewusst, der sei jetzt belehrt, dass die Sojabohne einfach nur zu unkreativ ist, was Besseres zu schreiben. ;)
Donnerstag, 25. März 2010
Schönheitskönigin
Die Sojabohne hat mal wieder was gedichtet. =) Eigentlich hat dieses Gedicht keinen gedanklichen "Ursprung", aber es gibt Leute in meinem Bekanntenkreis, die damit den Begriff "Topmodel" verbinden. Na ja, jedem seine Interpretation. =)
SCHÖNHEITSKÖNIGIN
Sie schwebt hinein ins Zimmer,
lächelt gütig. Elegant
gleitet sie so stolz wie immer
in ihre Haltung. Ihr Gewand
wirft keine Falten, alles passt.
Sie fühlt hinein in ihre Schönheit.
Sie ist perfekt, zumindest fast.
Sie braucht nicht Hilfe, nicht Geleit.
Sie weiß, sie wird begehrt,
wird gewollt und will doch keinen.
Sie bricht Herzen, wird verehrt,
will nicht lachen, kann nicht weinen.
Die Gegenwart ihr Element,
das Altern ihre Not.
Sie weiß, dass nur die Zeit sie trennt
von Einsamkeit und Tod.
Sie ist ein reines Phänomen,
geboren als Symbol.
Ihre Schönheit wird vergehn,
UNS bleibt sie als Idol.
In diesem Sinne,
die Sojabohne.
SCHÖNHEITSKÖNIGIN
Sie schwebt hinein ins Zimmer,
lächelt gütig. Elegant
gleitet sie so stolz wie immer
in ihre Haltung. Ihr Gewand
wirft keine Falten, alles passt.
Sie fühlt hinein in ihre Schönheit.
Sie ist perfekt, zumindest fast.
Sie braucht nicht Hilfe, nicht Geleit.
Sie weiß, sie wird begehrt,
wird gewollt und will doch keinen.
Sie bricht Herzen, wird verehrt,
will nicht lachen, kann nicht weinen.
Die Gegenwart ihr Element,
das Altern ihre Not.
Sie weiß, dass nur die Zeit sie trennt
von Einsamkeit und Tod.
Sie ist ein reines Phänomen,
geboren als Symbol.
Ihre Schönheit wird vergehn,
UNS bleibt sie als Idol.
In diesem Sinne,
die Sojabohne.
Samstag, 20. März 2010
Vom Erwachsenwerden
Wenn man erwachsen wird - rechtlich gesehen -, also wenn der 18. Geburtstag immer näher rückt, steht man plötzlich vor einem riesigen Problem. Ist man denn auch "erwachsen genug", um von heute auf morgen erwachsen zu sein? Ist man nicht viel zu kindlich und albert noch viel zu viel mit der besten Freundin herum? Ist man wirklich dazu in der Lage, ab jetzt sein Leben selber zu managen, alleine zurechtzukommen und für alle seine Fehler in eigener Person geradezustehen?
Man schämt sich regelrecht, weil man ja noch immer alberne Scherze macht, noch keine Beziehungen von existenzieller Wichtigkeit hatte, noch immer nicht einen Haushalt ohne fremde Hilfe organisieren könnte und noch bei viel zu vielen Dingen um Rat fragen muss. Man kommt sich vor wie ein kleines, unbeholfenes Küken. Vielleicht hat irgendwer schon mal etwas gesagt wie "Du kannst aber auch gar nicht mit Geld umgehen!!!"
Du hast zwar möglicherweise bereits konkrete Pläne bezüglich Ausbildung oder Studium. Vielleicht hast du sogar schon Aussicht auf eine Wohngemeinschaft mit Freunden, genug Geld von der Familie bereitgestellt bekommen oder sonst welche "Privilegien". Trotzdem hast du Angst, den Anforderungen, die die erwachsene Welt an dich stellen könnte, nicht zu genügen. Das Problem ist ja gerade, dass man nicht weiß, WELCHE Anforderungen auf einen zukommen. Man sieht, wie der Vater oder die Mutter ihre Finanzen regeln, Geld verdienen, Autofahren, Dinge reparieren, Geld überweisen, usw. Das würde man auch gerne so souverän und routiniert können, manches davon hat man aber noch nicht einmal gemacht. Geld verdienen und Autofahren ist wahrscheinlich gar nicht mal das Ding, denn mit (fast) 18 Jahren hat man in der Regel bereits gearbeitet und steht kurz davor, den Führerschein zu absolvieren.
Die Vorstellung, das, was Erwachsene tun, sei immer und überall fundiert und richtig, steckt irgendwie doch in einem drin, und man ist überfordert, weil man von jetzt auf gleich all das auch können soll - zumindest DENKT man, es würde von einem erwartet. Vielleicht ist diese Volljährigkeit doch keine dermaßen große Herausforderung, zumindest hoffe ich das. In gut drei Monaten ist es schließlich schon soweit, und das macht mir mehr Angst und Sorgen, als mir lieb ist.
In diesem Sinne,
die Sojabohne.
Man schämt sich regelrecht, weil man ja noch immer alberne Scherze macht, noch keine Beziehungen von existenzieller Wichtigkeit hatte, noch immer nicht einen Haushalt ohne fremde Hilfe organisieren könnte und noch bei viel zu vielen Dingen um Rat fragen muss. Man kommt sich vor wie ein kleines, unbeholfenes Küken. Vielleicht hat irgendwer schon mal etwas gesagt wie "Du kannst aber auch gar nicht mit Geld umgehen!!!"
Du hast zwar möglicherweise bereits konkrete Pläne bezüglich Ausbildung oder Studium. Vielleicht hast du sogar schon Aussicht auf eine Wohngemeinschaft mit Freunden, genug Geld von der Familie bereitgestellt bekommen oder sonst welche "Privilegien". Trotzdem hast du Angst, den Anforderungen, die die erwachsene Welt an dich stellen könnte, nicht zu genügen. Das Problem ist ja gerade, dass man nicht weiß, WELCHE Anforderungen auf einen zukommen. Man sieht, wie der Vater oder die Mutter ihre Finanzen regeln, Geld verdienen, Autofahren, Dinge reparieren, Geld überweisen, usw. Das würde man auch gerne so souverän und routiniert können, manches davon hat man aber noch nicht einmal gemacht. Geld verdienen und Autofahren ist wahrscheinlich gar nicht mal das Ding, denn mit (fast) 18 Jahren hat man in der Regel bereits gearbeitet und steht kurz davor, den Führerschein zu absolvieren.
Die Vorstellung, das, was Erwachsene tun, sei immer und überall fundiert und richtig, steckt irgendwie doch in einem drin, und man ist überfordert, weil man von jetzt auf gleich all das auch können soll - zumindest DENKT man, es würde von einem erwartet. Vielleicht ist diese Volljährigkeit doch keine dermaßen große Herausforderung, zumindest hoffe ich das. In gut drei Monaten ist es schließlich schon soweit, und das macht mir mehr Angst und Sorgen, als mir lieb ist.
In diesem Sinne,
die Sojabohne.
Dienstag, 16. März 2010
"Ausgesetzt auf den Bergen des Herzens" - Rainer Maria Rilke
Seit einiger Zeit lese ich viel von Rainer Maria Rilke, und deshalb möchte ich einige seiner meiner Meinung nach schönsten Gedichte vorstellen. Das Schöne an den Dingen, die er schreibt, ist ja gerade, dass unendlich viel Raum bleibt für Assoziationen und Ideen, was gemeint sein KÖNNTE. Das macht es zwar enorm schwierig, immer zu verstehen, was einem der Mann sagen will, aber es wäre ja auch langweilig, wenn die Botschaft allzu offensichtlich wäre. Vielleicht braucht auch gar nicht alles eine weltbewegende Moral zu vermitteln. Wie auch immer, los geht's:
AN DIE FRAU PRINZESSIN MADELEINE VOB BROGLIE
Wir SIND ja. Doch kaum anders als den Lämmern
gehn uns die Tage hin mit Flucht und Schein;
auch uns verlangt, sooft die Wiesen dämmern,
zurückzugehn. Doch treibt uns keiner ein.
Wir bleiben draußen Tag und Nacht und Tag.
Die Sonne tut uns wohl, uns schreckt der Regen;
wir dürfen aufstehn und uns niederlegen
und etwas mutig sein und etwas zag.
Nur manchmal, während wir so schmerzhaft reifen,
dass wir an diesem beinah sterben, dann:
formt sich aus allem, was wir nicht begreifen,
ein Angesicht und sieht uns strahlend an.
LIED
Du, der ich's nicht sage, dass ich bei Nacht
weinend liege,
deren Wesen mich müde macht
wie eine Wiege.
Du, die mir nicht sagt, wenn sie wacht
meinetwillen:
wie, wenn wir diese Pracht
ohne zu stillen
in uns ertrügen?
Sieh dir die Liebenden an,
wenn erst das Bekennen begann,
wie bald sie lügen.
Du machst mich allein. Dich einzig kann ich vertauschen.
Eine Weile bist du's, dann wieder ist es das Rauschen,
oder es ist ein Duft ohne Rest.
Ach, in den Armen hab ich sie alle verloren,
du nur, du wirst immer wieder geboren:
weil ich dich niemals anhielt, halt ich dich fest.
SPAZIERGANG
Schon ist mein Blick am Hügel, dem besonnten,
dem Wege, den ich kaum begann, voran.
So fasst uns das, was wir nicht fassen konnten,
voller Erscheinung, aus der Ferne an -
und wandelt uns, auch wenn wir's nicht erreichen,
in jenes, das wir, kaum es ahnend, sind;
ein Zeichen weht, erwidernd unser Zeichen...
Wir aber spüren nur den Gegenwind.
VERGÄNGLICHKEIT
Ach, wie ihr heimlich vergeht!
Wer hat es verstanden,
dass ihr den Nachen gedreht
ohne zu landen?
Keiner erfasst es. Wo singt
rühmend ein Mund?
Alles vertaucht und ertrinkt,
drängt sich am Grund.
Drüberhin treibt uns der Schwung,
wie das Gefäll ihn leiht...
Nicht mal zur Spiegelung
bleibt uns Zeit.
In diesem Sinne,
die Sojabohne.
AN DIE FRAU PRINZESSIN MADELEINE VOB BROGLIE
Wir SIND ja. Doch kaum anders als den Lämmern
gehn uns die Tage hin mit Flucht und Schein;
auch uns verlangt, sooft die Wiesen dämmern,
zurückzugehn. Doch treibt uns keiner ein.
Wir bleiben draußen Tag und Nacht und Tag.
Die Sonne tut uns wohl, uns schreckt der Regen;
wir dürfen aufstehn und uns niederlegen
und etwas mutig sein und etwas zag.
Nur manchmal, während wir so schmerzhaft reifen,
dass wir an diesem beinah sterben, dann:
formt sich aus allem, was wir nicht begreifen,
ein Angesicht und sieht uns strahlend an.
LIED
Du, der ich's nicht sage, dass ich bei Nacht
weinend liege,
deren Wesen mich müde macht
wie eine Wiege.
Du, die mir nicht sagt, wenn sie wacht
meinetwillen:
wie, wenn wir diese Pracht
ohne zu stillen
in uns ertrügen?
Sieh dir die Liebenden an,
wenn erst das Bekennen begann,
wie bald sie lügen.
Du machst mich allein. Dich einzig kann ich vertauschen.
Eine Weile bist du's, dann wieder ist es das Rauschen,
oder es ist ein Duft ohne Rest.
Ach, in den Armen hab ich sie alle verloren,
du nur, du wirst immer wieder geboren:
weil ich dich niemals anhielt, halt ich dich fest.
SPAZIERGANG
Schon ist mein Blick am Hügel, dem besonnten,
dem Wege, den ich kaum begann, voran.
So fasst uns das, was wir nicht fassen konnten,
voller Erscheinung, aus der Ferne an -
und wandelt uns, auch wenn wir's nicht erreichen,
in jenes, das wir, kaum es ahnend, sind;
ein Zeichen weht, erwidernd unser Zeichen...
Wir aber spüren nur den Gegenwind.
VERGÄNGLICHKEIT
Ach, wie ihr heimlich vergeht!
Wer hat es verstanden,
dass ihr den Nachen gedreht
ohne zu landen?
Keiner erfasst es. Wo singt
rühmend ein Mund?
Alles vertaucht und ertrinkt,
drängt sich am Grund.
Drüberhin treibt uns der Schwung,
wie das Gefäll ihn leiht...
Nicht mal zur Spiegelung
bleibt uns Zeit.
In diesem Sinne,
die Sojabohne.
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