Dienstag, 19. Juli 2011

Impressionen

Aloha!

Hier die Impressionen der letzten Wochen...

1. Die Liebe ist schon ein seltsames Tier.
2. Der Baum kommt aus der Tiefe und wächst in den 16jährigen.
3. Das Problem bei menschlichen Beziehungen jeder Art ist, dass der Mensch kein Tier im eigentlichen Sinne ist (sondern ein mutiertes Tier).
4. "Glück ist der Wunsch nach Wiederholung" ("Die unerträgliche Leichtigkeit des Seins", Milan Kundera)
5. Es ist einmalig, am 19. Juli 19 Jahre alt zu werden.
6. Alter ist eine Frage des Bewusstseins.

Und zum Abschluss zwei Schüttelreime der übelsten Sorte:

"Mit der Leiche im Handgepäck
nagt er friedlich an seinem Gebäck."

"Ganz in weiß mit einem Blumenstrauß
kommst du rein und gehst du wieder raus.
Beide Male bist du ganz allein;
das glaubst du nicht - jedoch es wird so sein!"

Mittwoch, 18. Mai 2011

Die vom Menschen geschaffene Kunstwelt geht mir auf den Wecker (eigentlich paradox, dass ich das via Internet schreibe)! Man diskutiert Konflikte auf Facebook aus, klärt den Sinn und Zweck des Daseins des anderen Geschlechts per SMS, küsst den Freund durch den Hörer und bestellt sich seine Jeans online. Man läuft auf asphaltierten Straßen, fährt mit dem Auto in den Urlaub und sucht sich seine Katze im Fernsehen aus. Man tanzt zu elektronischer Musik, reinigt sein Geschlechtsteil mit einem Extra-Pflegeshampoo, setzt sich farbige Kontaktlinsen ein und klebt die Haare mit Haarspray zu. Man färbt aus den Haaren den letzten Rest eines verbliebenen Farbpigmentes heraus und trägt Kleidung aus Viskose. Man filtert aus Lebensmitteln jedes beliebige Bestandteil heraus und macht sie haltbar.

Muss das alles sein?
Nein!

Ab jetzt streite ich mich nur noch höchstpersönlich mit meinen Freunden und küsse meinen Freund ganz direkt ohne Telefonhörer und weiß ich wie viel Kabelstrecke dazwischen.

Und dabei bleibt's. 

Montag, 16. Mai 2011

Wie einfach das Leben doch scheint, wenn man es sich einfach macht! Natürlich gibt es auch Dinge oder Situationen, die nach wie vor schwer erscheinen und es vielleicht auch sind - aber alles andere muss unsereins ja nicht so lange gedanklich zerkauen, bis es die Konsistenz von zerkochtem Erbseneintopf hat.

Ich dachte früher immer, es wäre eine Kunst, nie alleine zu sein und sich dennoch nicht vom anderen eingeengt zu fühlen - in Wirklichkeit ist es eine Kunst, einander kaum zu sehen und trotzdem den Eindruck zu haben, man sei ein Gefangener hinter unsichtbaren Gittern, der sich verbiegt und beugt wie ein Schlangenmensch und trotzdem nicht durch die Zwischenräume hindurchkommt. Aber jetzt habe ich endlich die passenden Stricknadeln, um aus den Gitterstäben ein Kettenhemd für denjenigen zu stricken, der mich ohne sein Wissen eingesperrt hat.

Es ist schon erstaunlich, dass ich mich als Solo-Mensch gehemmt und versklavt gefühlt habe und jetzt, wo ich eigentlich gebundener denn je bin, so frei bin, dass ich jederzeit abheben könnte. :)

Sonntag, 1. Mai 2011

Schrei vor Glück! :)

Ich bin glücklich. Nein, nein, ich bin ÜBERglücklich! Weil ich mich getäuscht habe. Liebe / Verliebtheit ist kein notwendiger Selbstbetrug, und ich bin auch nicht unfähig, mich zu verlieben. :)
Ich habe einen neuen Freund, aber es ist nicht irgendein neuer Freund - es ist DER Freund überhaupt. Es ist keine große Sache, mit jemandem gut reden zu können, man muss auch gut zusammen schweigen können. Und wir können es! Wir lachen sehr viel, wir reden aber auch über ernste Themen, und manchmal reden wir auch stundenlang gar nichts. Aber dann ist es ein konstruktives Schweigen, es ist nicht peinlich. Es passt einfach wie Arsch auf Eimer. :)

Bei ihm bin ich erwachsen. Bei meinen Freunden bin ich Kind oder kleine Schwester oder große Schwester etc., aber nie erwachsen. Das ist auch in Ordnung, aber es hat nun mal nichts mit vollkommener Gleichberechtigung zu tun. Bei ihm bin ich gleichberechtigt, bin ich mehr ich selbst als anderswo. Bei ihm bin ich hundertprozentig entspannt, was ich sonst nirgends bin. Bei ihm ist es warm und sicher. Bei ihm steht die Zeit manchmal still. Bei ihm bin ich einfach ich, ich muss mich nicht verstellen, nicht so tun, als wäre ich braver oder gefährlicher oder stärker oder niedlicher als ich bin. Ich bin ich - und er findet's gut!

Ich kann ihm alles sagen, was ich weiß, denke und möchte. Ich kann ihm alles sagen, was in der Vergangenheit war, was in der Gegenwart ist und was ich mir für die Zukunft wünsche. Ich mag die Art, wie er mich ansieht, ich mag die Art, wie er mit mir spricht, ich mag IHN. Und jedes Mal, wenn mir klar wird, wie viel Glück ich habe, ihn zu haben, könnte ich weinen, lachen, tanzen und schreien gleichzeitig.

Mein Herz ist frei und schwebt schwerelos in der Gegend umher. Es muss keine Angst haben, abzustürzen oder von Wind und Wetter erfasst zu werden, es ist sicher und wohlbehalten. Es kann fliegen, wohin es will, und wo immer es auch ist, es ist nie fehl am Platz. Es lebt wieder! :) 

Sonntag, 10. April 2011

Es ist wirklich erschreckend, wie abhängig man mit der Zeit von Medien wie dem Internet bzw. dem Mobiltelefon ("Handy" ist ein grauenvolles Wort) wird. Jetzt war ich ca. vier Tage vom Netz und hatte auch keinen da, der das Problem beheben konnte, und ich hätte es nicht für möglich gehalten, dass mir das dermaßen an die Nieren gehen würde. Ich wusste teilweise gar nichts mit mir anzufangen! o.O

Zum Glück hat sich schon bald ein positiver Effekt eingestellt: ich habe wieder Geschmack daran gefunden, auf den Zieseberg (ein Waldstück hier in der Nähe) zu kraxeln, mir einen Baum zu suchen, von dem aus ich einen guten Blick auf das Achterwasser hatte, und (am Stamm dieses Baumes angelehnt) zu lesen. Und das stundenlang, teilweise von 12 bis 20 Uhr. Natürlich mit Proviant, warmen Klamotten und allem drum und dran. Und ich muss sagen, das war wesentlich erfüllender! Ich bin endlich wieder dazu gekommen, Bücher zu lesen, die ich vor Wochen gekauft habe, ohne einen Blick hineinzuwerfen. Ich habe immer ein Buch bei mir, Lesen ist so was Ähnliches wie meine Hauptbeschäftigung zurzeit. Allerdings habe ich in letzter Zeit nur immer wieder meine Lieblingsbücher doppelt und dreifach durchgelesen und Neuanschaffungen sind komplett unter den Tisch gefallen. Durch den Internet-Entzug ist mein Blick z.B. endlich auf eine Gedichtsammlung von Peter Huchel gefallen und ich bin im Moment damit beschäftigt, eine Unmenge an neuen Büchern zu bestellen.

Alles in allem hat mir dieses Ereignis gezeigt, wie bedeutungslos Technik wirklich ist. Natur und Literatur macht wesentlich glücklicher. :)

Samstag, 26. März 2011

Absurd!

Das Leben ist dermaßen absurd! In der Regel lebt man in der Ameisenperspektive; soll heißen, man erlebt die Welt aus der ichbezogenen Alltagssicht. Im Mittelpunkt der Welt steht man selbst mit den hauseigenen Problemchens und Erfolgserlebnissen und Freunden und Verwandten etc., und es kommt einem so vor, als sei man der Einzige, der all das auf diese Art und Weise durchmacht. Man nimmt das Geschehene ernst, das ist der Punkt. Doch hin und wieder bekommt man die Gelegenheit, einen kurzen Blick aus der Vogelperspektive auf Welt, Mitmenschen usw. zu werfen. Und dann muss man manchmal lachen, weil man urplötzlich einsieht, dass man nichts weiter als eine kleine Rolle in einer verworrenen Beziehungskistenkomödie á la "Was ihr wollt" ist!

Eine solche oder zumindest so ähnliche Erkenntnis hat sich mir jedenfalls gestern aufgedrängt. Es ist doch so, dass der Mensch sich danach sehnt, sich in einem anderen wiederzufinden und mit diesem Menschen geistig zu verschmelzen, oder mit anderen Worten: der Mensch will lieben und geliebt werden. Die heutigen Großstädte haben nicht mehr viel Liebe in sich, nur Hektik und Arbeit und jeder agiert mehr oder weniger als Einzelperson. Eine eigenartige, verregnete Athmosphäre, zumindest empfinde ich das so. In Großstädten fühle ich mich einsam und ich denke, da bin ich nicht die Einzige.
Folglich dürfte Liebe das sein, was den meisten Menschen fehlt bzw. was sie krampfhaft festzuhalten versuchen. Manche Leute behaupten zwar, sie bräuchten keine Liebe, aber das ist lediglich eine Verdrängungstaktik, das hat was mit Angst, Verbitterung oder dem Drang, stark sein zu wollen, zu tun.

Das ist so weit noch nicht absurd, das Abstruse ist ja erst die Tatsache, dass viele Menschen, obwohl sie sich nach Liebe sehnen, keine zulassen können bzw. instinktiv / automatisch alles kaputtmachen! Mittlerweile kenne ich genug Leute, die Gefühle nicht zulassen können / wollen bzw. in einer Beziehung mit jemandem stecken, der ihnen aus ähnlichen Gründen nicht das bieten kann, was sie brauchen. Aus der Ameisenperspektive heraus ist das einfach nur traurig, aber von oben betrachtet komme ich mir vor wie eine ziemlich schräge Gestalt in einem dermaßen schlechten Film, dass man wieder drüber lachen kann.

In diesem Sinne,
die Sojabohne.

Mittwoch, 16. März 2011

Guten Morgen, Zukunft

Es steht so ziemlich fest, dass das heute mit Schlafen nichts mehr wird, also kann ich ebensogut meinen Blog pflegen. Im Augenblick gibt es echt viel zu Denken, mehr als ich jemals zu bedenken hatte - und das heißt was! Der Grund dafür ist mein Abitur, am 2. Juli ist die Zeugnisausgabe, irgendwann im Mai der letzte Schultag und in ein paar Wochen ist der Notenschluss. Es steht außer Frage, dass ich durchkomme, aber mich beschäftigt, was danach sein wird. Freilich, ich kann studieren, werde ich auch machen. Aber nicht sofort, erst ab Oktober 2012 wahrscheinlich. Eine Auszeit muss sein.

Es ist etwas entschieden anderes, sich plötzlich mit der Zukunft konfrontiert zu sehen, als sie von weitem zu belächeln und große Reden zu schwingen! Also, was mache ich mit meiner Zeit? Erst mal verreise ich und besuche Familie und Freunde in der alten Heimat, dann noch eine Reise mit meiner besten Freundin - und dann? Jemand hat mir empfohlen, ein FJD zu machen, dieser Mensch hat in einem Magazin eine Anzeige gefunden für eine FJD-Stelle bezüglich Münzkunde. Genau mein Ding, wäre eine Option. Freilich könnte ich auch arbeiten, aber ich weiß nicht recht, ob ich das wirklich will. Herumgammeln ist natürlich keine Alternative. Gut, irgendwie werde ich das Jahr schon herumkriegen. Was studiere ich denn nun? Dass Philosophie dabei sein muss, steht unwiderruflich fest, ich würde es mein Leben lang bereuen, dieses Gebiet nicht zu auszuleben. Allerdings brauche ich ein weiteres Fach dazu, und aus Geschichte wird nichts werden. Also heißt es umsatteln. Vielleicht Soziologie, vielleicht Literaturwissenschaft (Germanistik), aber Germanistik gefällt mir nicht so recht. Von Latein und Altphilologie lasse ich lieber die Finger, da müsste ich noch Altgriechisch nachlernen und ich weiß nicht, ob ich mir das antun will. Und mein Latein war auch mal besser, sagen wir es mal so.

Und nach dem Studium, was mach ich dann? Ich müsste ja einen Beruf ausüben. Meine Favoriten sind bis jetzt ein Verlag oder eine Zeitung, wenn alles gut läuft, bringe ich irgendwann einen Gedichtband heraus. Ein Bürojob ohne kreative Freiheit kommt jedenfalls nicht in Frage, mal schauen, ob ich es später nicht doch nötig haben werde, so eine Beschäftigung anzunehmen. Mein Vater wollte ursprünglich Architekt werden, jetzt sitzt er in einem Büro einer großen Software-Kompanie und korrigiert Programmierungsfehler. Meine Mutter hat eine Ausbildung als Fremdsprachenkorrespondentin hinter sich und mittlerweile ist sie freischaffende Künstlerin (Schmuck und Malerei). Es ist ja nicht gesagt, dass man zwangsläufig als das arbeitet, was man sich in jungen Jahren vorgestellt hat.

Kurz gesagt, ich bin verwirrt und weiß im Moment nicht so ganz, wo oben und unten ist. Erst mal 19 werden, das Abi in der Tasche haben und ein wenig verreisen. Und wirklich, die Sache mit dem FJD gefällt mir eigentlich ganz gut, ich habe das Gefühl, dass es letztlich darauf hinauslaufen wird.
Es würde mich nicht im Mindesten wundern, wenn mir morgen Früh auf dem Weg zur Schule etwas entgegenkommen würde und sagen würde "Guten Morgen Fräulein Katharina, ich bin die Zukunft. Hätten Sie Interesse an einem kostenlosen Schnupperkurs?". Dumme Frage, ich bin doch schon mitten im Schnupperkurs drin!