Mittwoch, 23. Dezember 2009

Wie schön ist 90-60-90?

Heute habe ich einmal spaßeshalber meine Werte mit den berühmt-berüchtigten 90-60-90 verglichen. Nun muss ich vorab betonen, dass meine Figur durchaus präsentabel und in Ordnung ist! Dazu kommt noch, dass die folgenden Werte mit Klamotten ermittelt wurden.

Aber okay, kommen wir zum Vergleich:
- 91 um die Brust. Gut, okay, 1 cm macht den Kohl auch nicht fett.
- 73 um die Taille. Autsch, jetzt wird es schon gruselig! Ich meine, wenn 73 gut und natürlich aussieht, wie schmerzhaft muss dann 60 (!) für die Augen sein!
- 92 um die Hüfte. Okay, das ist schon wieder grenzwertig. Als Model käme ich wirklich nicht in Frage.

Und wie sieht 90-60-90 aus?
Guckst du hier!



Oder hier (Sophia Loren o.O).



Seien wir mal ehrlich: WER sieht so aus? Und wollen wir wirklich so aussehen?

In diesem Sinne,
die Sojabohne.

Sonntag, 13. Dezember 2009

"Drei Dichter ihres Lebens" - Stefan Zweig

Vor einigen Tagen ist mir das Buch "Drei Dichter ihres Lebens" von Stefan Zweig im wahrsten Sinne des Wortes entgegen gefallen (ich sollte wirklich mal wieder aufräumen) und abgesehen von der grauenhaften Frisur des Autors (der Schnauzbart sieht mir einen Tick zu nationalsozialistisch aus) bin ich zu dem Buch durchweg positiv eingestellt. Im Prinzip beinhaltet das Geschreibsel Kurzbiographien von Casanova, Stendhal (wer auch immer das sein mag) und Tolstoi (der die Theorie beweist, dass hinter jedem genialen Mann eine verdammt kluge und fleißige Frau steht).

Tolstoi an sich finde ich gar nicht mal so fürchterlich interessant, seitdem ich einen Radiobeitrag über seine Frau gehört habe. Die Dame ist wohl schon als junges Mädchen an ihn verheiratet worden, war aber immer schon sehr emanzipiert und gebildet gewesen und hatte anfangs sehr unter der allgemeinen Meinung zum Thema Frauen zu leiden. Schriftstellerisch tätig war sie auch selber und ihre Sachen waren wohl gar nicht mal übel, wurden aber von den Kritikern verachtet, weil sie eine Frau war. Mit zunehmendem Alter hat sie sich dann um die Organisation des Lebens ihres Gatten gekümmert und ihn im Hintergrund bei seiner Arbeit unterstützt. Auch die Beziehung zu Tolstoi war nicht so ganz einfach und einmal hat sie ihn sogar vorübergehend verlassen, er konnte sie aber wieder zurückgewinnen. Um ehrlich zu sein, beeindruckt mich die Frau des russischen Nationaldichters tatsächlich mehr als der berühmte Künstler selbst.

Doch nun zu meinem eigentlichen Thema, Casanova. =) Ich weiß nicht, ob das nur auf Zweigs Talent zurückzuführen ist, aber... als ich die Beschreibung Casanovas gelesen habe, ist mir ein Schauer den Rücken heruntergelaufen. Nein wirklich, wenn das Geschriebene auf Tatsachen beruht - und davon ist auszugehen - dann ist es kein Wunder, dass der Mann als Sinnbild eines... ja, als Sinnbild des Mannes schlechthin gilt. So wie er beschrieben wird, könnte man sich gut vorstellen, als Frau damals nicht viel standhafter geblieben zu sein. Man darf natürlich aber auch nicht vergessen, dass die Leute früher in Sachen Sexualität ohnehin nicht zimperlich waren, mit Sicherheit sogar noch freizügiger als heutzutage. Ich meine, die Halskrausenartigen Modeartikel hat es definitiv nur gegeben, damit keiner sehen konnte, dass die vornehmen Herrschaften Geschlechtskrankheiten wie Syphilis hatten. Man darf sich die damaligen Zeiten wirklich nicht so zugeknöpft vorstellen, wie sie im Geschichtsunterricht oft dargestellt werden.

Offenkundig dürfte Casanova ein Universalgenie gewesen sein: Jura, Theologie, Lotteriewesen, Schriftstellerei, Alchemie, Mathematik, Chemie, Theater, Physik, Sprachen... Der helle Wahnsinn! Eigentlich Verschwendung, dass er keinem dieser Bereiche so richtig nachgegangen ist. Ansonsten war er der Erste, der aus den venezianischen Bleikammern ausgebrochen ist, er lernte Päpste, Könige und bedeutende Musiker und Dichter seiner Zeit kennen, er unterhielt Freundschaften mit wichtigen Leuten in Politik und Wirtschaft.

So viel zur glorreichen Seite der Medaille. Der Mann war hoch syphilitsch, war bei Frauen längst nicht so wählerisch, wie man denken könnte (da waren auch alte, hässliche Frauen und Prostituierte dabei, so wahnsinnig romantisch ging das nicht zu)und war im Alter ein verdammt einsamer Mann. Seine gesamte Lebensphilosophie baute auf Jugend, Schönheit, Gesundheit und Lust auf und Moral war überhaupt nicht sein Ding. Am Ende seines Lebens war er ein schwer kranker Misanthrop und lebte in der Vergangenheit. Dass er - was seine Memoiren angeht - so produktiv war, liegt nur daran, dass Syphilis nicht nur das Gehirn zerstört, sondern zwischendrin auch einmal einen extrem klaren Kopf beschert. Na ja, und als extrem vereinsamter Mensch hatte er ja auch reichlich Zeit, zu schreiben.

So etwas wie eine große Liebe hatte er auch, deren echten Namen er niemals kannte. Das Leben hat die beiden wohl aber getrennt, sie blieb von da ab enthaltsam und er widmete ihr ganze Kapitel in seinen Memoiren.

Alles in allem ein ereignisreiches Leben mit einem sehr traurigen Ende. Ich weiß nicht, ob es wirklich erstrebenswert ist oder glücklich macht, so zu haushalten, aber ich glaube, ich wäre ihm damals auch verfallen. Ich meine, laut Biographie muss er ein wahnsinnig charismatischer Mann gewesen sein, noch dazu von grandioser Schönheit und unvorstellbarer Bildung! Er hat seine Frauen auch richtig gut behandelt und Wert darauf gelegt, sie glücklich zu machen. Verhütung war ihm jedenfalls sehr wichtig, was damals alles andere als selbstverständlich war. In Bildung, Intelligenz und Denken war er seiner Zeit einfach voraus.

In diesem Sinne,
die Sojabohne.

P.S.: Und wie sah Casanova aus? Guckst du hier!

Dienstag, 8. Dezember 2009

"Orkus" =)))

Himmel und Hölle, ich bin verliebt! <3 - Nein, nicht in einen Menschen. Es geht um eine oberaffengeile Zeitschrift, Orkus. =)Das ist eine Musikzeitschrift für Gothic, Romantic, Industrial und Electronic. Und ja, ich stehe auf Gothicmusik. Sehr sogar. Auch wenn ich nicht so herumlaufe - das würde auch rein stiltechnisch fürchterlich an mir aussehen.

Meine Mutter hat von einer Freundin ein paar ältere Ausgaben von 2008 zugeschickt bekommen, und es war nicht hundertprozentig ihr Ding. Dafür aber meins! =) Aaalso, es gibt ein zwölfseitiges Spezial über den Film Sweeney Todd mit allen möglichen Angaben über Organisation und Co. und überhaupt allem rund ums Thema. Dazu noch ein ewig langes Interview mit der Band Unheilig. Davon habe ich bislang noch nie was gehört, aber die Ansichten sind der Oberhammer und die Musik ist echt klasse! Zwar nicht ganz meine Stilrechnung, aber trotzdem toll. Dann noch etwas über In Extremo - einfach nur toll, und erst die Musik, zum Hinschmelzen! -, Crematory, Solar Fake und noch viel viel viel mehr!

Natürlich sagt mir nicht alles davon zu, aber was richtig klasse ist: Zeraphine! Nein, echt, die Band ist der Hammer! Die davon abgespaltene Einmann-Band Solar Fake ist technisch und qualitativ auch richtig gut, aber Electronic... Na ja, ist Geschmackssache. Von Stolen Babies bin ich jedenfalls total begeistert! Diese Leute mischen wirklich alle Richtungen, die es nur geben kann, und es ist ein regelrechtes Wunder, wie sich zwölf Personen auf eine Darreichungsform einigen können. Das Ganze hat wohl Zirkustruppenhintergrund, eine echt spannende Angelegenheit. =) Na, und nicht zu vergessen Rabenschrey, die erste Band mit einem Lied, das perfekt auf meinen Exfreund passt! xD

Ich könnte noch seitenweise darüber schreiben, was ich alles klasse finde, aber das will ich meinen Gelenken nicht zumuten. Wie auch immer, das sind 162 Seiten, die sich mehr als lohnen! So, und jetzt habe ich mich nach aktuelleren Ausgaben umgesehen, und bingo, in der neuesten gibt es sogar ein Interview mit Faun, einer meiner absoluten Favoriten in Sachen Musik. =) Und diese Ausgabe bestelle ich mir gleich mal. Ha, und nach Weihnachten besorge ich mir ein 2-Jahres-Abo und kassiere noch ein schickes T-Shirt als Prämie! Verdammt noch mal, das Leben ist zu schön, um wahr zu sein! =)

In diesem Sinne,
die schwer verliebte Sojabohne. =)

Montag, 7. Dezember 2009

Wie frau NICHT flirten sollte

Es soll ja angeblich auch noch verliebte Menschen geben, oder so. Nein, im Ernst, ich hatte das Bedürfnis, mal wieder ein "Wie mache ich das-und-das nicht"-Ratgeber zu schreiben. Und weil ich mich erst kürzlich diesbezüglich so was von in die Nesseln gesetzt habe, gibt es jetzt eben einen kleinen Tip, wie frau sich anstellen sollte, wenn sie auf gar keinen Fall bei einem Jungen ihrer Wahl landen will! ;) So, hier folgen also die gesammelten Erfahrungen meiner Wenigkeit sowie meiner befreundeten Geschlechtsgenossinnen:

1. Rede im Vorfeld mit deinen Freundinnen darüber, vor allem in seiner Anwesenheit! Hauptsache, alles und jeder sieht auf den ersten Blick, auf wen sich dein Interesse ausrichtet. ;)
2. Nehme keine Rücksicht auf seine Persönlichkeit, oder besser: tu es durchaus, aber verkehre dein Verhalten ins Gegenteil! Soll heißen, mag er es defensiv, so sei offensiv. Umgekehrt eignet sich natürlich auch, ist aber längst nicht so destruktiv!
3. Solltest du ihn ansprechen, tu es vor möglichst vielen Leuten, von denen dich möglichst alle kennen sollten. Nichts kommt besser als ein eventueller Korb vor aller Welt!
4. Mache dich so auffällig wie irgend möglich an seinen Kumpel ran und wirf regelmäßig verschwörerische Blicke zu dem eigentlichen Objekt deiner Begierde hin. Kommt immer gut, und wirkt totaaal glaubwürdig!
5. Lasse möglichst oft heraushängen, wie irre viel Erfahrung du doch mit dem anderen Geschlecht hast und wie viele Kerle - sage niemals "Jungs", das wirkt nicht professionell genug - dir doch schon zu Füßen lagen. Was sich auch wahnsinnig gut macht, ist es, andauernd über den aktuellsten Exfreund zu reden sowie sämtliche Verflossenen zu numerieren.
6. Was auch einschlägt wie eine Bombe, ist, wenn man sich vor dem in Schritt 7 erfolgenden Ansprechen auch noch betrinkt. Was soll denn da noch groß schief gehen? =D
7. Spätestens jetzt dürfte dein Traumtyp endgültig das Interesse an dir verloren haben, falls er denn jemals welches gehabt haben sollte. Aber aufgepasst, denn jetzt kommt der alles entscheidende Schritt: Frage ihn nach einem Treffen! Er wird natürlich höflich ablehnen und du wirst dich drei Tage nicht mehr vor die Tür trauen, aber dafür kannst du dir wer weiß wie raffiniert vorkommen, weil keine Sau gemerkt hat, dass du ja eigentlich weit mehr im Schädel hast, als deine Umwelt denken wird. Wohl bekomm's!

Aber mal ehrlich: Es ist und bleibt doch am Besten, gar nicht erst ein Risiko einzugehen, sondern einfach zu warten und im richtigen Moment Ja zu sagen. Und hinterher kannst du deiner Umwelt auch noch großspurig erklären, du hättest ja bloß mit dem Finger schnippen müssen und schon hättest du ihn gehabt. Nein wirklich, das Leben ist schön! =)

In diesem Sinne,
die Sojabohne.

Samstag, 5. Dezember 2009

Lachen verboten, oder was? =(

Seit etwa fünf Wochen habe ich eine neue Freizeitbeschäftigung, bei der ich jemanden kennen gelernt habe, der bei mir recht ambivalente Gefühle auslöst. Oh Gott, klingt das intellektuell! Na ja, sagen wir es so, diese Person hat Dinge an sich, die mir gefallen, aber eben auch welche, die mich befremden, z. B. dass er unerträglich bierernst ist! - Und diese Eigenschaft hat mich dazu verführt, ein neues Geschreibsel abzufassen! ;)

Stell dir vor, du bist volljährig, vielleicht auch zwei oder drei Jahre darüber. Gut, okay, du musst dein Leben selbst in die Hand nehmen und kannst nicht alles so locker nehmen wie du es zuvor getan hast. Natürlich hast du auch eine gewisse geistige Reife, die du davor vielleicht noch nicht vorweisen konntest. Alles soll und muss seine Ordnung haben, eine stabile und professionelle Basis. Du bist kein Kind mehr, du bist ein Erwachsener, und pubertäre Verhaltensweisen sind für dich somit tabu. Du handelst vorausschauend und souverän, leistest dir keine Albernheiten und willst immer und überall einen vernünftigen Eindruck hinterlassen.

Das ist natürlich nachvollziehbar und vollkommen in Ordnung. Aber mal ehrlich: Bist du weniger erwachsen und vernünftig und geistig reif, wenn du auch einmal lachst oder mit deinen Freunden herumalberst? Musst du wirklich zu einer totalen Spaßbremse mutieren, nur um dir wer weiß wie erwachsen vorzukommen? Ich möchte wirklich nicht arrogant oder eitel erscheinen, aber ich denke, ich habe eine relativ hohe geistige Reife und genug im Kopf, um für ein verantwortungsvolles Leben in ein bis zwei Jahren gewappnet zu sein. Bin ich jetzt eine lebensunfähige Knalltüte, nur weil ich nicht - so wie du - zum Lachen in den Keller gehe und keinen Anfall bekomme, wenn meine Umwelt sich amüsiert und sich einen schönen Abend macht?

Ich bin beim besten Willen kein Brillant, was Parties angeht. Okay, ich bin oft kompliziert und verkopft und denke alles und jeden in Grund und Boden. Ja, ich habe sehr genaue Vorstellungen von meiner Zukunft und überhaupt allem. Ich bin also definitiv kein hirnloses Blondchen! Aber: Junge, ich kann trotzdem lachen! Muss man denn, um vernünftig zu sein, all seine kindlichen Seiten auf ewig verbuddeln? Darf man sich denn gar keine Albernheiten mehr erlauben und muss man jedes im Spaß gesprochene Wort auf die Goldwaage legen? Ich finde nicht!

In diesem Sinne,
die - sich nicht entscheiden könnende - Sojabohne.

Sonntag, 29. November 2009

Zum Thema GOTT =/

Nehmen wir einmal an, es gibt GOTT (auch als Agnostiker bzw. Atheist kommt man ab und zu ins Grübeln). Wenn diese Hypothese hinkommt, müsste irgendwo oben, unten, rechts, links oder wer weiß wo ein wie auch immer geartetes Wesen sitzen oder stehen oder was weiß ich und unsere Gebete, Bitten und Forderungen entgegen nehmen. GOTT müsste also unsere Probleme und Ziele und Wünsche kennen und immer und überall wissen, was Sache ist. Aber hilft ER uns? Gibt es SEINETWEGEN weniger Drogenabhängige, Serienmörder, Selbstmörder, Psychopathen, Krankheiten, Ungerechtigkeit und Angst? Nein. Im Grunde stehen wir ja doch mehr oder weniger alleine da, ob ER uns nun zuhört und beobachtet oder nicht.

Ein Freund von mir ist sehr christlich orientiert, er meint immer, GOTT helfe nicht direkt, sondern sei einfach nur da, um uns Kraft zu geben. Wenn wir uns an GOTT hielten, müssten wir uns aber keinen Kopf machen, denn dann seien wir stark genug, unser Leben selber in die richtige Bahn zu lenken. Aaah ja. Vielleicht liege ich vollkommen falsch und kann oder will die Wahrheit nur nicht sehen, aber irgendwie geht das nicht in meinen Kopf hinein. Ich meine, ist GOTT Leuten mit richtig fetten Problemen wirklich eine Stütze? Ich kenne so einige Leute, die HABEN Probleme, richtig richtig gravierende sogar, und denen ist GOTT nie erschienen, und bei denen geht es nicht bergauf, egal, ob sie sich an GOTT wenden oder nicht.

Sicher, es gibt Engel auf Erden. Mein bester Freund ist einer, und eigentlich sollte jeder einen persönlichen Schutzengel haben, der einen immer wieder auf den Boden der Tatsachen zurückholt. Warum also kann GOTT nicht ganz gezielt solche besonders sozialen Wesen zu menschlichen Problemfällen hinunterschicken bzw. hinaufschicken, von wo auch immer ER auf uns schauen mag? Da ist es doch beim besten Willen kein Wunder, dass so viele Menschen sich lieber auf Geld, Aberglaube oder sonst etwas anderes verlassen, nur nicht auf GOTT. Ich meine, man könnte ja fast meinen, es gäbe IHN nicht, so selten wie ER sich sichtbar in unsere Belange einmischt.

Wahrscheinlich ist das, was ich gerade von mir gegeben habe, eine Art von Blasphemie, wie so vieles als gotteslästerisch gilt. Nun ja, ich denke, GOTT wird es mir nicht nachtragen - als Mischform aus Atheistin und Agnostikerin dürfte ich ja eigentlich Narrenfreiheit genießen. Zumindest hoffe ich das.

In diesem Sinne,
die Sojabohne.

Dienstag, 3. November 2009

Eine Beileidsbekundung

Ich möchte ohne große Umschweife mein Beileid für das Schicksal eines Menschen aussprechen, der dies niemals lesen wird, zumindest ist das sehr unwahrscheinlich. Ich will auch keinen Namen nennen, v. a., weil ein Großteil der Menschheit gar nicht wüsste, wer gemeint ist. Und wer diese Person kennt, weiß schon von der Beschreibung her, um wen es geht.

Es handelt sich um einen männlichen Menschen, der in meine Klasse geht. Er riecht schlecht, reißt ständig zotige Witze, leidet unter einer gewissen Sucht und ihm fehlt jede soziale Intelligenz. Er ist eine arme Sau, wirklich. So etwas wie einen Freundeskreis scheint er nicht zu haben, und wenn man ihm begegnet, scheint das auch gar nicht verwunderlich. Frisch und sauber scheint er nie zu sein, im besten Fall schnuppert er nach ranziger Seife. Ob Seife ranzig werden kann, weiß ich nicht, aber wenn das möglich sein sollte - so müsste es riechen! Sonderlich oft wechselt er auch T-Shirt, Socken und Jeans nicht, wie es aussieht.

Aufgrund dessen müsste ich ihn eigentlich verabscheuen, und im Grunde meines Herzens und größtenteils tue ich das auch leidenschaftlich - aber hey, der Kerl ist ein Genie! Auf der mathematischen Ebene jedenfalls. Das zwingt mich dazu, mit diesem menschlichen Phänomen verdammt viel Mitgefühl zu haben - und ihn im selben Augenblick abstoßend zu finden! Also, nicht dass ich ihn mögen würde oder so. Eigentlich geht er mir meistens sogar maximal auf die Nerven. Leider bin ich nicht so herzlos wie manch anderer, dann blieben mir so ambivalente Empfindungen erspart. Verdammt noch mal, ich kann ihn nicht ausstehen!

So wie mir geht es so ziemlich allen, wobei die meisten nicht mal Mitleid haben dürften. Das ist bei so einer Darreichungsform aber auch verdammt schwer! Er wird sehr schlecht behandelt, das muss ich schon sagen. Das und seine unharmonische Familiensituation haben wohl auch bewirkt, dass er noch mehr vereinsamt ist und oft auch mit sich selbst redet. Es kann natürlich auch sein, dass er eine Antwort von seiner Umwelt erwartet, wissen kann man das nicht. Wenn er gerade mal nicht in der Nähe von anderen Menschen ist, benimmt er sich aber vollkommen anders und sogar vernünftiger als es die meisten Leute in meinem Alter täten. Es ist einfach nur traurig und ich schwanke jedesmal, wenn ich im selben Kurs wie er bin, zwischen Mitgefühl und Abscheu. Wie schon geschrieben, meine Empfindungen sind eben ambivalent.

Im eigentlichen Sinne gilt dieser Eintrag all den etwas zu einseitigen Genies, deren sozialer Gehirnbereich gänzlich abwesend zu sein scheint. Es ist wohl nicht erstrebenswert, genial zu sein. Mein herzliches Beileid an alle genialen Sozialopfer dieser Galaxie! =(

In diesem Sinne,
die Sojabohne.

PS: Habe ich wirklich etwas von wegen Mitgefühl und Mitleid geschrieben ? Nein wirklich, das nehme ich hiermit rückwirkend und hochoffiziell zurück! Mein Beileid möchte ich aber trotzdem aussprechen. Sayonara allerseits! =D