Vor etwa zwei Tagen war ich mit einer Freundin und einer Freundin meiner Freundin in einer Münchner Diskothek. Einlass war schon um 20 Uhr, und das hatte auch einen Grund: "Germany's next Topmodel". Warum sich unzählige Mädels möglichst heftig auftakeln (Seidenstrümpfe, High-Heels, kaum erwähnenswerte Röcke und Ausschnitte bis zum Bauchnabel... Wie soll man damit tanzen??? Wir kamen wenigstens noch in Ballerinas und Jeans, da kann man sich auch mit bewegen...), nur um zwei Stunden Zickenterror und Psychospielchen zu schauen und hinterher kläglich dabei scheitern, auch nur einen Schritt zu tun, ist mir unbegreiflich.
Aber darum soll es nicht gehen. Es ist zum Glück jedem selbst überlassen, wie er sich kleidet. Ist ja nicht mein Bier, wenn diese dummen Weiber sich ihre Beine brechen, sich von betrunkenen Machos begatten lassen und am Ende des Abends zwischen Tanzfläche und Garderobe bestiegen werden. Von den Spätfolgen einer verhütungsfreien Nacht gar nicht zu reden. Aber egal.
Nein, es geht um diese Sendung. Ich meine, klar, man KANN ja gewinnen, in gewisser Weise lohnt sich eine Teilnahme also auch. Man ist auch für ein paar Wochen deutschlandweit bekannt, nicht einmal als Nichtzuschauer kommt man um die Erkenntnis herum, wer gewonnen hat und wer nicht. Auf ein paar Plakaten und Titelseiten wird man auch abgedruckt, logisch, aber wie lange bleibt man den Leuten denn wirklich im Gedächtnis? Den Machern der Show geht es doch nur um Profit, und mal ehrlich, Heidi Klum ist auf den Laufstegen der Welt nicht mehr so oft zu sehen. Sie ist ja nicht mal schön, aber darüber lässt sich streiten. Irgendwo muss die Frau ja ihr Geld herkriegen. Models haben als laufende Kleiderständer eben nur ihre Jugend vorzuweisen, und die vergeht.
Deshalb gibt es die Sendung ja auch nur. Dass die Dame durch ihren Auftritt in der McDonalds-Werbung bekannter ist als durch ihre Modelaktivitäten, ist beim besten Willen kein Zeichen dafür, dass ihre Karriere gut läuft. Und wie sie ihre Mädels behandelt, ist eigentlich auch eine Schande. Wer nicht spurt, wird runtergemacht, dabei kann Frau Klum wahrscheinlich nicht graziler laufen als die dummen Mädchen, die sich von dieser Verarsche eine Zukunft erhoffen. Vor kurzem habe ich Gewinnerin der vorigen Staffel in der Müller-Joghurt-Werbung gesehen, so viel dazu.
Da geben zwanzig Mädels ihre mögliche Karriere auf, brechen die Schule ab und Ähnliches, und was haben sie davon? Da sie noch so jung sind, konnten sie natürlich noch keine richtige Persönlichkeit entwickeln und werden so geformt und erzogen, wie es der Jury passt. Wer nicht hineinpasst und keine Lust hat, das Spiel mitzuspielen (also die eigene Persönlichkeitsentwicklung aufzugeben), wird eben rausgeworfen, frei nach dem Motto "Was nicht passt, wird passend gemacht" bzw. "Mach kaputt, was dich kaputt macht". Wenn eine sowieso recht emotional ist und mit Stress nicht zurechtkommt, wird erst recht Druck auf sie ausgeübt, damit sie auch ja früher oder später einen Kollaps bekommt. Dann wird sie wieder "gnädig" aufgenommen, nunmehr als gebrochener Charakter, der gehorchen wird, ganz gleich, was du ihm zumutest.
Denn genau darum geht es ja, die Mädels zu brechen, zu formen und dann wieder fallen zu lassen. Das wollen die Menschen ja auch irgendwie sehen. Nebenbei wird noch ein paar Mal die Privatsphäre nicht geachtet, die eine wird beim Heimweh gefilmt, die nächste beim Streit mit ihrer Freundin, die andere, wenn sie mit ihrem Freund Schluss macht, usw. Dass all diese Mädchen trotz dieser unwürdigen Behandlung - von der sie ja schon durch die vorherige Staffel wussten, dass sie gegeben sein würde - noch glauben, sie könnten berühmt werden und groß rauskommen... Unglaublich, so viel Optimismus verdient den Nobelpreis!
Arme, dumme Mädchen. Ein abgewracktes Nichtmehr-Topmodel, das für McDonalds wirbt. Prominente Jurymitglieder, die keiner kennt und die man hinterher ganz schnell wieder vergisst. Und wenn man das alles gut verrührt und der Öffentlichkeit zugänglich macht, kommt "Germany's next Topmodel" heraus, die erste Topmodel-Show Deutschlands, die weder von Topmodels geleitet wird noch Topmodels ausbildet. Wohl bekomm's!
In diesem Sinne,
die Sojabohne.
Samstag, 3. April 2010
Sonntag, 28. März 2010
Zum Thema Tod
Der Tod ist etwas, das in unserer heutigen Gesellschaft - aber bestimmt auch immer schon - nicht als ernsthafte Bedrohung oder bedeutungsvolle Sache gesehen wird. Zumindest, solange man nicht direkt davon betroffen ist. Nun kann ich zu meinem Glück sagen, dass ich noch nie einen Todesfall in meiner Familie hatte, der mich wirklich berührt hätte. Aber vor ein paar Tagen habe ich etwas gesehen, das mir die Augen geöffnet hat.
Ich war mit meinen Leutchens am Strand unterwegs, und irgendwo dort lag ein totes Wildschwein, zum Glück noch nicht sehr lange. Es war ja auch noch einen Deut zu kalt, als dass es bereits verwesen hätte können. Auch die Maden hatten sich noch nicht daran zu schaffen gemacht, gelobt sei der Kühlschrankeffekt. Okay, das soll's dann gewesen sein mit den ekligen Details. =)
Tja, und dieses Tier hat mir tatsächlich zu einer ganz anderen Sichtweise verholfen. Es ist nicht leicht zu beschreiben. Das Viech sah aus, als hätte es nie wirklich gelebt, als würde die Seele, der Geist oder was auch immer fehlen. Als würde das Leben an sich in ihm fehlen. Man hätte meinen können, es sei nur eine kunstvoll gestaltete Hülle von etwas. In diese Gedanken versunken wurde mir erst klar, warum uns Menschen lebendige Dinge lebendig erscheinen: es ist der innere Antrieb, der uns zur Bewegung treibt, der Glanz in den Augen, die Reflexe, die dem Kunstwerk Körper den optischen Inhalt geben. Und wenn dieser Inhalt dann fort zu sein scheint, wird uns erst richtig klar, dass vorher etwas in dem Körper drin gewesen muss. Dieses Etwas nennt der Mensch dann Seele.
Bloß, wohin verschwindet die Seele, wenn das Wesen stirbt? Vermutlich dahin, wo sie auch hergekommen ist. Und wo kommt sie her? Okay, schauen wir mal im antiken Griechenland vorbei: damit der Mensch, also sein Abbild, leben konnte, musste Athene ihm erst den Lebensatem einblasen. Und im Christentum? Da haben wir wieder die Seele, die am Ende aufersteht und entweder zu Gott oder zum Teufel fliegt. Mal ehrlich, diese ganzen Zusammenhänge werden doch erst verständlich, wenn man nachvollziehen kann, wie die Leute überhaupt darauf kommen, dass da etwas wie eine Seele ist.
Na ja, nach der Entdeckung dieses Tieres war die allgemeine Stimmung natürlich eher gedämpft und der Rest des Nachmittags verlief eher still und melancholisch. Schade, definitiv schade. Aber hey, wieder mal etwas dazugelernt. =)
In diesem Sinne,
die Sojabohne.
P.S.: Mein Väterchen meinte, es sei mittlerweile eklatant, dass die Verabschiedung immer dieselbe sei. Das nehme ich zur Kenntnis und ich gelobe auch Besserung, jedoch fällt mir keine andere ein. Also, wer auch immer bisher noch dachte, ich hätte es noch nicht gewusst, der sei jetzt belehrt, dass die Sojabohne einfach nur zu unkreativ ist, was Besseres zu schreiben. ;)
Ich war mit meinen Leutchens am Strand unterwegs, und irgendwo dort lag ein totes Wildschwein, zum Glück noch nicht sehr lange. Es war ja auch noch einen Deut zu kalt, als dass es bereits verwesen hätte können. Auch die Maden hatten sich noch nicht daran zu schaffen gemacht, gelobt sei der Kühlschrankeffekt. Okay, das soll's dann gewesen sein mit den ekligen Details. =)
Tja, und dieses Tier hat mir tatsächlich zu einer ganz anderen Sichtweise verholfen. Es ist nicht leicht zu beschreiben. Das Viech sah aus, als hätte es nie wirklich gelebt, als würde die Seele, der Geist oder was auch immer fehlen. Als würde das Leben an sich in ihm fehlen. Man hätte meinen können, es sei nur eine kunstvoll gestaltete Hülle von etwas. In diese Gedanken versunken wurde mir erst klar, warum uns Menschen lebendige Dinge lebendig erscheinen: es ist der innere Antrieb, der uns zur Bewegung treibt, der Glanz in den Augen, die Reflexe, die dem Kunstwerk Körper den optischen Inhalt geben. Und wenn dieser Inhalt dann fort zu sein scheint, wird uns erst richtig klar, dass vorher etwas in dem Körper drin gewesen muss. Dieses Etwas nennt der Mensch dann Seele.
Bloß, wohin verschwindet die Seele, wenn das Wesen stirbt? Vermutlich dahin, wo sie auch hergekommen ist. Und wo kommt sie her? Okay, schauen wir mal im antiken Griechenland vorbei: damit der Mensch, also sein Abbild, leben konnte, musste Athene ihm erst den Lebensatem einblasen. Und im Christentum? Da haben wir wieder die Seele, die am Ende aufersteht und entweder zu Gott oder zum Teufel fliegt. Mal ehrlich, diese ganzen Zusammenhänge werden doch erst verständlich, wenn man nachvollziehen kann, wie die Leute überhaupt darauf kommen, dass da etwas wie eine Seele ist.
Na ja, nach der Entdeckung dieses Tieres war die allgemeine Stimmung natürlich eher gedämpft und der Rest des Nachmittags verlief eher still und melancholisch. Schade, definitiv schade. Aber hey, wieder mal etwas dazugelernt. =)
In diesem Sinne,
die Sojabohne.
P.S.: Mein Väterchen meinte, es sei mittlerweile eklatant, dass die Verabschiedung immer dieselbe sei. Das nehme ich zur Kenntnis und ich gelobe auch Besserung, jedoch fällt mir keine andere ein. Also, wer auch immer bisher noch dachte, ich hätte es noch nicht gewusst, der sei jetzt belehrt, dass die Sojabohne einfach nur zu unkreativ ist, was Besseres zu schreiben. ;)
Donnerstag, 25. März 2010
Schönheitskönigin
Die Sojabohne hat mal wieder was gedichtet. =) Eigentlich hat dieses Gedicht keinen gedanklichen "Ursprung", aber es gibt Leute in meinem Bekanntenkreis, die damit den Begriff "Topmodel" verbinden. Na ja, jedem seine Interpretation. =)
SCHÖNHEITSKÖNIGIN
Sie schwebt hinein ins Zimmer,
lächelt gütig. Elegant
gleitet sie so stolz wie immer
in ihre Haltung. Ihr Gewand
wirft keine Falten, alles passt.
Sie fühlt hinein in ihre Schönheit.
Sie ist perfekt, zumindest fast.
Sie braucht nicht Hilfe, nicht Geleit.
Sie weiß, sie wird begehrt,
wird gewollt und will doch keinen.
Sie bricht Herzen, wird verehrt,
will nicht lachen, kann nicht weinen.
Die Gegenwart ihr Element,
das Altern ihre Not.
Sie weiß, dass nur die Zeit sie trennt
von Einsamkeit und Tod.
Sie ist ein reines Phänomen,
geboren als Symbol.
Ihre Schönheit wird vergehn,
UNS bleibt sie als Idol.
In diesem Sinne,
die Sojabohne.
SCHÖNHEITSKÖNIGIN
Sie schwebt hinein ins Zimmer,
lächelt gütig. Elegant
gleitet sie so stolz wie immer
in ihre Haltung. Ihr Gewand
wirft keine Falten, alles passt.
Sie fühlt hinein in ihre Schönheit.
Sie ist perfekt, zumindest fast.
Sie braucht nicht Hilfe, nicht Geleit.
Sie weiß, sie wird begehrt,
wird gewollt und will doch keinen.
Sie bricht Herzen, wird verehrt,
will nicht lachen, kann nicht weinen.
Die Gegenwart ihr Element,
das Altern ihre Not.
Sie weiß, dass nur die Zeit sie trennt
von Einsamkeit und Tod.
Sie ist ein reines Phänomen,
geboren als Symbol.
Ihre Schönheit wird vergehn,
UNS bleibt sie als Idol.
In diesem Sinne,
die Sojabohne.
Samstag, 20. März 2010
Vom Erwachsenwerden
Wenn man erwachsen wird - rechtlich gesehen -, also wenn der 18. Geburtstag immer näher rückt, steht man plötzlich vor einem riesigen Problem. Ist man denn auch "erwachsen genug", um von heute auf morgen erwachsen zu sein? Ist man nicht viel zu kindlich und albert noch viel zu viel mit der besten Freundin herum? Ist man wirklich dazu in der Lage, ab jetzt sein Leben selber zu managen, alleine zurechtzukommen und für alle seine Fehler in eigener Person geradezustehen?
Man schämt sich regelrecht, weil man ja noch immer alberne Scherze macht, noch keine Beziehungen von existenzieller Wichtigkeit hatte, noch immer nicht einen Haushalt ohne fremde Hilfe organisieren könnte und noch bei viel zu vielen Dingen um Rat fragen muss. Man kommt sich vor wie ein kleines, unbeholfenes Küken. Vielleicht hat irgendwer schon mal etwas gesagt wie "Du kannst aber auch gar nicht mit Geld umgehen!!!"
Du hast zwar möglicherweise bereits konkrete Pläne bezüglich Ausbildung oder Studium. Vielleicht hast du sogar schon Aussicht auf eine Wohngemeinschaft mit Freunden, genug Geld von der Familie bereitgestellt bekommen oder sonst welche "Privilegien". Trotzdem hast du Angst, den Anforderungen, die die erwachsene Welt an dich stellen könnte, nicht zu genügen. Das Problem ist ja gerade, dass man nicht weiß, WELCHE Anforderungen auf einen zukommen. Man sieht, wie der Vater oder die Mutter ihre Finanzen regeln, Geld verdienen, Autofahren, Dinge reparieren, Geld überweisen, usw. Das würde man auch gerne so souverän und routiniert können, manches davon hat man aber noch nicht einmal gemacht. Geld verdienen und Autofahren ist wahrscheinlich gar nicht mal das Ding, denn mit (fast) 18 Jahren hat man in der Regel bereits gearbeitet und steht kurz davor, den Führerschein zu absolvieren.
Die Vorstellung, das, was Erwachsene tun, sei immer und überall fundiert und richtig, steckt irgendwie doch in einem drin, und man ist überfordert, weil man von jetzt auf gleich all das auch können soll - zumindest DENKT man, es würde von einem erwartet. Vielleicht ist diese Volljährigkeit doch keine dermaßen große Herausforderung, zumindest hoffe ich das. In gut drei Monaten ist es schließlich schon soweit, und das macht mir mehr Angst und Sorgen, als mir lieb ist.
In diesem Sinne,
die Sojabohne.
Man schämt sich regelrecht, weil man ja noch immer alberne Scherze macht, noch keine Beziehungen von existenzieller Wichtigkeit hatte, noch immer nicht einen Haushalt ohne fremde Hilfe organisieren könnte und noch bei viel zu vielen Dingen um Rat fragen muss. Man kommt sich vor wie ein kleines, unbeholfenes Küken. Vielleicht hat irgendwer schon mal etwas gesagt wie "Du kannst aber auch gar nicht mit Geld umgehen!!!"
Du hast zwar möglicherweise bereits konkrete Pläne bezüglich Ausbildung oder Studium. Vielleicht hast du sogar schon Aussicht auf eine Wohngemeinschaft mit Freunden, genug Geld von der Familie bereitgestellt bekommen oder sonst welche "Privilegien". Trotzdem hast du Angst, den Anforderungen, die die erwachsene Welt an dich stellen könnte, nicht zu genügen. Das Problem ist ja gerade, dass man nicht weiß, WELCHE Anforderungen auf einen zukommen. Man sieht, wie der Vater oder die Mutter ihre Finanzen regeln, Geld verdienen, Autofahren, Dinge reparieren, Geld überweisen, usw. Das würde man auch gerne so souverän und routiniert können, manches davon hat man aber noch nicht einmal gemacht. Geld verdienen und Autofahren ist wahrscheinlich gar nicht mal das Ding, denn mit (fast) 18 Jahren hat man in der Regel bereits gearbeitet und steht kurz davor, den Führerschein zu absolvieren.
Die Vorstellung, das, was Erwachsene tun, sei immer und überall fundiert und richtig, steckt irgendwie doch in einem drin, und man ist überfordert, weil man von jetzt auf gleich all das auch können soll - zumindest DENKT man, es würde von einem erwartet. Vielleicht ist diese Volljährigkeit doch keine dermaßen große Herausforderung, zumindest hoffe ich das. In gut drei Monaten ist es schließlich schon soweit, und das macht mir mehr Angst und Sorgen, als mir lieb ist.
In diesem Sinne,
die Sojabohne.
Dienstag, 16. März 2010
"Ausgesetzt auf den Bergen des Herzens" - Rainer Maria Rilke
Seit einiger Zeit lese ich viel von Rainer Maria Rilke, und deshalb möchte ich einige seiner meiner Meinung nach schönsten Gedichte vorstellen. Das Schöne an den Dingen, die er schreibt, ist ja gerade, dass unendlich viel Raum bleibt für Assoziationen und Ideen, was gemeint sein KÖNNTE. Das macht es zwar enorm schwierig, immer zu verstehen, was einem der Mann sagen will, aber es wäre ja auch langweilig, wenn die Botschaft allzu offensichtlich wäre. Vielleicht braucht auch gar nicht alles eine weltbewegende Moral zu vermitteln. Wie auch immer, los geht's:
AN DIE FRAU PRINZESSIN MADELEINE VOB BROGLIE
Wir SIND ja. Doch kaum anders als den Lämmern
gehn uns die Tage hin mit Flucht und Schein;
auch uns verlangt, sooft die Wiesen dämmern,
zurückzugehn. Doch treibt uns keiner ein.
Wir bleiben draußen Tag und Nacht und Tag.
Die Sonne tut uns wohl, uns schreckt der Regen;
wir dürfen aufstehn und uns niederlegen
und etwas mutig sein und etwas zag.
Nur manchmal, während wir so schmerzhaft reifen,
dass wir an diesem beinah sterben, dann:
formt sich aus allem, was wir nicht begreifen,
ein Angesicht und sieht uns strahlend an.
LIED
Du, der ich's nicht sage, dass ich bei Nacht
weinend liege,
deren Wesen mich müde macht
wie eine Wiege.
Du, die mir nicht sagt, wenn sie wacht
meinetwillen:
wie, wenn wir diese Pracht
ohne zu stillen
in uns ertrügen?
Sieh dir die Liebenden an,
wenn erst das Bekennen begann,
wie bald sie lügen.
Du machst mich allein. Dich einzig kann ich vertauschen.
Eine Weile bist du's, dann wieder ist es das Rauschen,
oder es ist ein Duft ohne Rest.
Ach, in den Armen hab ich sie alle verloren,
du nur, du wirst immer wieder geboren:
weil ich dich niemals anhielt, halt ich dich fest.
SPAZIERGANG
Schon ist mein Blick am Hügel, dem besonnten,
dem Wege, den ich kaum begann, voran.
So fasst uns das, was wir nicht fassen konnten,
voller Erscheinung, aus der Ferne an -
und wandelt uns, auch wenn wir's nicht erreichen,
in jenes, das wir, kaum es ahnend, sind;
ein Zeichen weht, erwidernd unser Zeichen...
Wir aber spüren nur den Gegenwind.
VERGÄNGLICHKEIT
Ach, wie ihr heimlich vergeht!
Wer hat es verstanden,
dass ihr den Nachen gedreht
ohne zu landen?
Keiner erfasst es. Wo singt
rühmend ein Mund?
Alles vertaucht und ertrinkt,
drängt sich am Grund.
Drüberhin treibt uns der Schwung,
wie das Gefäll ihn leiht...
Nicht mal zur Spiegelung
bleibt uns Zeit.
In diesem Sinne,
die Sojabohne.
AN DIE FRAU PRINZESSIN MADELEINE VOB BROGLIE
Wir SIND ja. Doch kaum anders als den Lämmern
gehn uns die Tage hin mit Flucht und Schein;
auch uns verlangt, sooft die Wiesen dämmern,
zurückzugehn. Doch treibt uns keiner ein.
Wir bleiben draußen Tag und Nacht und Tag.
Die Sonne tut uns wohl, uns schreckt der Regen;
wir dürfen aufstehn und uns niederlegen
und etwas mutig sein und etwas zag.
Nur manchmal, während wir so schmerzhaft reifen,
dass wir an diesem beinah sterben, dann:
formt sich aus allem, was wir nicht begreifen,
ein Angesicht und sieht uns strahlend an.
LIED
Du, der ich's nicht sage, dass ich bei Nacht
weinend liege,
deren Wesen mich müde macht
wie eine Wiege.
Du, die mir nicht sagt, wenn sie wacht
meinetwillen:
wie, wenn wir diese Pracht
ohne zu stillen
in uns ertrügen?
Sieh dir die Liebenden an,
wenn erst das Bekennen begann,
wie bald sie lügen.
Du machst mich allein. Dich einzig kann ich vertauschen.
Eine Weile bist du's, dann wieder ist es das Rauschen,
oder es ist ein Duft ohne Rest.
Ach, in den Armen hab ich sie alle verloren,
du nur, du wirst immer wieder geboren:
weil ich dich niemals anhielt, halt ich dich fest.
SPAZIERGANG
Schon ist mein Blick am Hügel, dem besonnten,
dem Wege, den ich kaum begann, voran.
So fasst uns das, was wir nicht fassen konnten,
voller Erscheinung, aus der Ferne an -
und wandelt uns, auch wenn wir's nicht erreichen,
in jenes, das wir, kaum es ahnend, sind;
ein Zeichen weht, erwidernd unser Zeichen...
Wir aber spüren nur den Gegenwind.
VERGÄNGLICHKEIT
Ach, wie ihr heimlich vergeht!
Wer hat es verstanden,
dass ihr den Nachen gedreht
ohne zu landen?
Keiner erfasst es. Wo singt
rühmend ein Mund?
Alles vertaucht und ertrinkt,
drängt sich am Grund.
Drüberhin treibt uns der Schwung,
wie das Gefäll ihn leiht...
Nicht mal zur Spiegelung
bleibt uns Zeit.
In diesem Sinne,
die Sojabohne.
Dienstag, 9. Februar 2010
Wie wird man eigentlich obdachlos?
Schon mal einen stinkenden, ungepflegten, im Müll wühlenden Obdachlosen gesehen? Klar, das hat doch jeder. Aber hast du schon mal darüber nachgedacht, wie man "Penner" wird? Was muss im Leben eines Menschen geschehen, damit er sich selbsttätig zum totalen Randgruppenmitglied degradiert? Dass Obdachlose gesellschaftlich nicht akzeptiert sind, ist ja allgemein bekannt.
Heute z. B. war ich mit meinem Kumpel unterwegs, irgendwo um den Leonrodplatz herum, und neben dem Kiosk an der Kreuzung schlurfte ein Obdachloser entlang, mit riesigem, abgewetztem Bergsteigerrucksack auf dem Rücken, altem Schlapphut und noch älterem Mantel, dazu noch abgetragene Schuhe und ungestutzter Bart. Das Alter war nicht festzustellen, auch aus der Nähe nicht. Mein Kumpel sagte jedenfalls beim Anblick dieses Menschen so etwas wie: "Den seh ich immer, wenn ich hier umsteige", und zog ein leicht angeekeltes Gesicht.
Sonst ist er ja nicht so, aber was DIESE Gesellschaftsschicht angeht, scheint nahezu jeder hauptsächlich negative Assoziationen zu haben. Okay, das ist auch zu verstehen. Es ist wirklich nicht besonders appetitlich, einen ungewaschenen, ungepflegten Menschen in ungewaschenen, ungepflegten Klamotten vor sich zu haben, der wie ein Straßenköter nach weggeworfenen Wurststullen kramt. Ist doch klar, dass man sich angeekelt abwendet. Nur - ist diese Einstellung moralisch richtig? Wäre es nicht viel moralischer, auf das menschliche Wrack zuzugehen, ihn auf einen Kaffee einzuladen und ordentliche Kleidung sowie ein Hotelzimmer für ein, zwei Nächte zu organisieren? Das klingt vielleicht übertrieben, aber hier geht es um die Einstellung.
Jeder kann auf der Straße landen, auch Oberstudienrat Max Mustermann oder Karla Huber vom örtlichen Finanzamt oder Lottomillionär Hubert schmollke. Warum nicht auch DU? Bist du dir sicher, dass du NICHT den Boden unter Füßen verlieren würdest, wenn dein bester Freund stürbe oder deine Freundin dich verließe oder du deinen Job oder deine Ausbildungsstelle verlörst oder deine Freunde dich im Stich ließen oder deine Familie dich verstieße? Woher willst du wissen, dass du nicht in die Drogenszene abrutschen oder die Welt um dich herum vergessen würdest?
Stell dir vor, du hast deine große Liebe geheiratet. Deine Frau und du, ihr erwartet Nachwuchs, die Geburt naht, du fährst sie ins Krankenhaus. Es ist eine schwere Geburt, es steht auf Messers Schneide - und möglicherweise sterben Mutter und Kind. Du bist komplett fertig mit der Welt und - wer weiß - vielleicht schneit auch noch ein paar Wochen oder Monate später die Kündigung ins Haus. Irgendwann kannst du deine Miete nicht mehr bezahlen oder hast nicht mehr die Motivation dazu. Du wirst vor die Tür gesetzt, du weißt eventuell nicht wohin. Aber im Grunde ist dir das alles ohnehin egal, dein Leben hat mittlerweile ja längst jeden Sinn und Zweck verloren. Dann bist du selbst einer, auf den "anständige" Leute mit ihren Fingern zeigen und über den sie sagen: "ich kann ihn ja irgendwie verstehen, aber ICH hätte es in seiner Lage ja GANZ anders gemacht!".
Es kann JEDEN treffen. Absolut jeden. Viele Obdachlose waren davor Professoren, hochrangige Beamte und Ähnliches. Man sollte nicht über den Lebenswandel anderer urteilen, wenn man nicht ihre Geschichte kennt und die Gründe, warum sie jetzt so sind, wie sie sind. Auch wenn du kein Penner bist, sind mit Sicherheit nicht alle deine Mitmenschen von dir angetan. Missverstanden und falsch eingeschätzt zu werden ist scheinbar eine normale Sache.
ALSO: auch Obdachlose sind Menschen wie du und ich. Weil wir alle gleichwertig sind, ganz egal, was wir tun, denken und sagen.
In diesem Sinne,
die Sojabohne.
Heute z. B. war ich mit meinem Kumpel unterwegs, irgendwo um den Leonrodplatz herum, und neben dem Kiosk an der Kreuzung schlurfte ein Obdachloser entlang, mit riesigem, abgewetztem Bergsteigerrucksack auf dem Rücken, altem Schlapphut und noch älterem Mantel, dazu noch abgetragene Schuhe und ungestutzter Bart. Das Alter war nicht festzustellen, auch aus der Nähe nicht. Mein Kumpel sagte jedenfalls beim Anblick dieses Menschen so etwas wie: "Den seh ich immer, wenn ich hier umsteige", und zog ein leicht angeekeltes Gesicht.
Sonst ist er ja nicht so, aber was DIESE Gesellschaftsschicht angeht, scheint nahezu jeder hauptsächlich negative Assoziationen zu haben. Okay, das ist auch zu verstehen. Es ist wirklich nicht besonders appetitlich, einen ungewaschenen, ungepflegten Menschen in ungewaschenen, ungepflegten Klamotten vor sich zu haben, der wie ein Straßenköter nach weggeworfenen Wurststullen kramt. Ist doch klar, dass man sich angeekelt abwendet. Nur - ist diese Einstellung moralisch richtig? Wäre es nicht viel moralischer, auf das menschliche Wrack zuzugehen, ihn auf einen Kaffee einzuladen und ordentliche Kleidung sowie ein Hotelzimmer für ein, zwei Nächte zu organisieren? Das klingt vielleicht übertrieben, aber hier geht es um die Einstellung.
Jeder kann auf der Straße landen, auch Oberstudienrat Max Mustermann oder Karla Huber vom örtlichen Finanzamt oder Lottomillionär Hubert schmollke. Warum nicht auch DU? Bist du dir sicher, dass du NICHT den Boden unter Füßen verlieren würdest, wenn dein bester Freund stürbe oder deine Freundin dich verließe oder du deinen Job oder deine Ausbildungsstelle verlörst oder deine Freunde dich im Stich ließen oder deine Familie dich verstieße? Woher willst du wissen, dass du nicht in die Drogenszene abrutschen oder die Welt um dich herum vergessen würdest?
Stell dir vor, du hast deine große Liebe geheiratet. Deine Frau und du, ihr erwartet Nachwuchs, die Geburt naht, du fährst sie ins Krankenhaus. Es ist eine schwere Geburt, es steht auf Messers Schneide - und möglicherweise sterben Mutter und Kind. Du bist komplett fertig mit der Welt und - wer weiß - vielleicht schneit auch noch ein paar Wochen oder Monate später die Kündigung ins Haus. Irgendwann kannst du deine Miete nicht mehr bezahlen oder hast nicht mehr die Motivation dazu. Du wirst vor die Tür gesetzt, du weißt eventuell nicht wohin. Aber im Grunde ist dir das alles ohnehin egal, dein Leben hat mittlerweile ja längst jeden Sinn und Zweck verloren. Dann bist du selbst einer, auf den "anständige" Leute mit ihren Fingern zeigen und über den sie sagen: "ich kann ihn ja irgendwie verstehen, aber ICH hätte es in seiner Lage ja GANZ anders gemacht!".
Es kann JEDEN treffen. Absolut jeden. Viele Obdachlose waren davor Professoren, hochrangige Beamte und Ähnliches. Man sollte nicht über den Lebenswandel anderer urteilen, wenn man nicht ihre Geschichte kennt und die Gründe, warum sie jetzt so sind, wie sie sind. Auch wenn du kein Penner bist, sind mit Sicherheit nicht alle deine Mitmenschen von dir angetan. Missverstanden und falsch eingeschätzt zu werden ist scheinbar eine normale Sache.
ALSO: auch Obdachlose sind Menschen wie du und ich. Weil wir alle gleichwertig sind, ganz egal, was wir tun, denken und sagen.
In diesem Sinne,
die Sojabohne.
Sonntag, 31. Januar 2010
Vom Lieben (bzw, was der Mensch darunter versteht)
Ich frage mich ernsthaft, was diese Ich-hab-dich-lieb-Sagerei zu jedem noch so flüchtigen Bekannten für einen Sinn haben soll! Ich meine, klar, zu meinen sehr engen Freunden sage oder schreibe ich das schon ab und an, aber nur, wenn der Augenblick ein besonderer ist und es auch zur Art der jeweiligen Person passt. Es gibt einfach Leute, bei denen mir im Traum nicht einfiele, "ich hab dich lieb" zu sagen, ganz gleich, wie dicke ich mit ihnen bin.
Wenn ich mir dann so ansehe, wie locker viele in meinem Alter (aber auch Ältere) mit dieser Bezeichnung umgehen, dann... Na ja, so verkommt diese eigentlich ziemlich rührende und tiefgehende Aussage doch zu einer bedeutungslosen Floskel. Jemanden liebzuhaben ist doch eine höhere emotionale Ebene als ein simples Mögen. Ich mag die Leutchens aus der Jugendgruppe, zu der ich jeden Freitag gehe. Ich mag die meisten Menschen aus dem Schachverein, den ich leider nicht mehr so oft wie früher besuche. Vielleicht mag ich sogar noch meinen ehemaligen Freund auf eine gewisse Weise. Was ich damit sagen will, ist, dass es streng genommen nicht viel heißt, jemanden zu mögen, weil es nicht weiter schwer fällt, jemanden, den man nicht richtig kennt, gern zu haben. Wenn man in einem Mitmenschen hingegen lesen kann wie in einem Buch, auch seine schlechten Eigenschaften kennt und akzeptieren gelernt hat, und ihn noch immer gern hat, dann beginnt für mich erst dieses Liebhaben. Und wenn man wirklich ehrlich gegenüber sich selbst wäre, würde man zugeben, dass man verdammt wenige Menschen wirklich von Grund auf kennt und durchschaut.
Mit dem Lieben ist es genau dasselbe. Leute verlieben sich, sind ein paar Wochen zusammen und reden gleich von Liebe. Wer weiß schon wirklich, was der Unterschied zwischen Liebe und Verliebtheit ist? Um einen Menschen gut genug kennenzulernen, um ihn "richtig" lieben zu können, müsste man ihn doch jahrelang zum platonischen Freund haben, das denke zumindest ich. Keine Ahnung, warum man trotzdem das Bedürfnis hat, sich selbst vorzugaukeln, man wüsste, was diese "Liebe" wirklich ist.
Ist es, wenn man ohne den anderen nicht mehr leben kann oder will? Das ist Hörigkeit, Abhängigkeit. Ist es, wenn man den anderen unter allen Umständen glücklich sehen will? Das kommt auch unter Freunden vor. Ist es, wenn man den anderen bewundert und verehrt und nicht mehr die Augen von ihm lassen kann? Das ist Vergötterung. Oder alles zusammen? Das ist nicht mehr gesund.
Wenn ich recht darüber nachdenke, ist das, was ich unter Liebe verstehe, sehr egoistisch. Man will den Partner ja "behalten", "besitzen", man will nicht, dass er anderen Frauen hinterherschaut. Wenn er krank ist, will man natürlich, dass er wieder gesund wird, aber warum? Damit er wieder voll und ganz für einen da ist und es EINEM SELBST gut geht. Dabei sollte Liebe doch selbstlos sein und keine Ansprüche stellen, die einem selbst zugute kämen. Vielleicht wissen ja die meisten Menschen nicht, was Liebe ist und verwenden den Begriff völlig falsch, weil es nur ein Wort für etwas ist, das man einfach nicht erfassen und begreifen kann.
Insofern sind meine Hausmiezen direkt zu beneiden, weil sie sich um so einen Kram gar nicht erst Gedanken zu machen brauchen.
In diesem Sinne,
die Sojabohne.
Wenn ich mir dann so ansehe, wie locker viele in meinem Alter (aber auch Ältere) mit dieser Bezeichnung umgehen, dann... Na ja, so verkommt diese eigentlich ziemlich rührende und tiefgehende Aussage doch zu einer bedeutungslosen Floskel. Jemanden liebzuhaben ist doch eine höhere emotionale Ebene als ein simples Mögen. Ich mag die Leutchens aus der Jugendgruppe, zu der ich jeden Freitag gehe. Ich mag die meisten Menschen aus dem Schachverein, den ich leider nicht mehr so oft wie früher besuche. Vielleicht mag ich sogar noch meinen ehemaligen Freund auf eine gewisse Weise. Was ich damit sagen will, ist, dass es streng genommen nicht viel heißt, jemanden zu mögen, weil es nicht weiter schwer fällt, jemanden, den man nicht richtig kennt, gern zu haben. Wenn man in einem Mitmenschen hingegen lesen kann wie in einem Buch, auch seine schlechten Eigenschaften kennt und akzeptieren gelernt hat, und ihn noch immer gern hat, dann beginnt für mich erst dieses Liebhaben. Und wenn man wirklich ehrlich gegenüber sich selbst wäre, würde man zugeben, dass man verdammt wenige Menschen wirklich von Grund auf kennt und durchschaut.
Mit dem Lieben ist es genau dasselbe. Leute verlieben sich, sind ein paar Wochen zusammen und reden gleich von Liebe. Wer weiß schon wirklich, was der Unterschied zwischen Liebe und Verliebtheit ist? Um einen Menschen gut genug kennenzulernen, um ihn "richtig" lieben zu können, müsste man ihn doch jahrelang zum platonischen Freund haben, das denke zumindest ich. Keine Ahnung, warum man trotzdem das Bedürfnis hat, sich selbst vorzugaukeln, man wüsste, was diese "Liebe" wirklich ist.
Ist es, wenn man ohne den anderen nicht mehr leben kann oder will? Das ist Hörigkeit, Abhängigkeit. Ist es, wenn man den anderen unter allen Umständen glücklich sehen will? Das kommt auch unter Freunden vor. Ist es, wenn man den anderen bewundert und verehrt und nicht mehr die Augen von ihm lassen kann? Das ist Vergötterung. Oder alles zusammen? Das ist nicht mehr gesund.
Wenn ich recht darüber nachdenke, ist das, was ich unter Liebe verstehe, sehr egoistisch. Man will den Partner ja "behalten", "besitzen", man will nicht, dass er anderen Frauen hinterherschaut. Wenn er krank ist, will man natürlich, dass er wieder gesund wird, aber warum? Damit er wieder voll und ganz für einen da ist und es EINEM SELBST gut geht. Dabei sollte Liebe doch selbstlos sein und keine Ansprüche stellen, die einem selbst zugute kämen. Vielleicht wissen ja die meisten Menschen nicht, was Liebe ist und verwenden den Begriff völlig falsch, weil es nur ein Wort für etwas ist, das man einfach nicht erfassen und begreifen kann.
Insofern sind meine Hausmiezen direkt zu beneiden, weil sie sich um so einen Kram gar nicht erst Gedanken zu machen brauchen.
In diesem Sinne,
die Sojabohne.
Abonnieren
Posts (Atom)