Mittwoch, 2. September 2009

Die Tauchgondel (Zinnowitz)

Was ist die Tauchgondel überhaupt? Nun, eine Art Aufzug Richtung Meeresboden an der Zinnowitzer Seebrücke. Soll heißen, das Ding taucht ca. 4,5 Meter tief ab und dann kann man die wässrige Umwelt beobachten. Und dann bekommt man noch einen Film über die Dinge zu sehen, die man direkt an der Ostseeküste nun mal nicht zu Gesicht kriegt.

So weit, so klar. Als ich heute mit meinem Freund - der Selbstversuch erübrigt sich definitiv - in Zinnowitz war, kam uns jedenfalls die Idee, das Ding zu besteigen, zum Baden war ja noch genug Zeit und die futuristische Form des Gefährts versprach so einiges. Also rein, 16 € berappt, eine 3D-Brille abgegriffen und einen Sitzplatz gesucht. Dumm nur, dass Aufstehen während des Unterwasseraufenthalts wohl nicht erlaubt ist, denn so kann man nur sehen, was auf der am nächsten liegenden Seite ist. Einleitung klang interessant, wunderschönes grünes Wasser, uuuiii, wie romantisch. =)

Der Rest war weniger toll. Laut "Führer" sollte es einen Meter Sichtweite geben, aber das waren höchstens ein paar Zentimeter! Ist ja alles nicht so schlimm, was ist direkt an der Küste auch zu erwarten? Also zurückgelehnt und sich auf den 3D-Film gefreut. Aber der... Ich denke, die Einleitung des Films sagt alles: "Hallo Freunde, ich bin Soundso die kleine Krabbe! So, und nun werde ich euch durch mein kleines Reich führen!" Und das in einer kindgerechten Nette-Tanten-Stimme.

Wir waren froh, dass der Film bald ein Ende hatte, noch etwas länger und mein Freund wäre eingeschlafen. Und ich hätte höchstwahrscheinlich meinen aufkommenden Lachkrampf nicht mehr unterdrücken können. Mal davon abgesehen, dass die 3D-Brillen nichts taugten, ohne sah man aber auch nur ein Gewirr bunter Farben und konturloser Meeresbewohner. Wobei, besonders gut abgestimmt scheinen diese Brillen auch nicht zu sein. Tatsache ist jedenfalls, dass meinem Liebsten schon nach ca. fünf Minuten höllisch die Augen wehgetan haben, und auch ich fand es ein wenig schmerzhaft, die Teile länger als fünf Minuten aufzuhaben.

Das klingt nicht empfehlenswert? Ist es auch nicht! Gut, okay, die Grundidee ist erste Sahne - aber so etwas sollte man doch eher in der Karibik oder sonstwo aufstellen, wo es auch etwas Interessantes zu sehen gibt. Im Prinzip haben wir fast 20 € für einen miesen 3D-Film und den Ausblick auf eine Qualle und ein Dutzend 7-Millimeter-große Fische bezahlt. "Beehren Sie uns bald wieder" - Nein, danke.

In diesem Sinne,
die Sojabohne.

Anmerkung vom 23. November 2010:
Heute, also ca. anderthalb Jahre, nachdem ich diesen Eintrag verfasst habe, ist mir noch ein Zitat eingefallen, das den Besuch und besonders den 3D-Film schön charakterisiert. Ich meinte zu meinem Damaligen so was wie "Das ist doch eher für kleine Kinder!", woraufhin er total resigniert sagte: "Nicht mal für die!!!", und dabei machte er ein unnachahmbar gequältes Gesicht.
Ich denke, diese Bemerkung trifft den Kern den Sache. :)

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