Vor ungefähr fünf Jahren habe ich noch in München gelebt, das war ein vollkommen anderes Leben. Anderer Lebensrythmus, andere Mitmenschen, andere Einflüsse. Und ich hatte eine ganz andere Persönlichkeit, aber das würde zu weit führen. Wie auch immer, ich hatte damals Klavierunterricht bei einem Privatlehrer, mein Vater konnte sich das freilich leisten. Eigentlich ein ziemlicher Luxus, wenn ich mir das jetzt vor Augen halte. Ich hatte auch ein richtiges Klavier von Yamaha, das hab ich zwar immer noch, aber es steht in München herum, bis ich es abholen lasse.
Wie auch immer, mein Privatlehrer war ein tschechischer Pianist, ein richtiger guter sogar. Er hatte bereits mit sechs Jahren angefangen, Klavier zu lernen, und das war zu merken. Wirklich, wenn er gespielt hat, hatte ich immer große Lust, die Augen zu schließen und einfach nur zuzuhören, aber das hab ich nie getraut. Ich glaube, ich hatte damals große Furcht, zu viel von mir selbst und meinen Emotionen zu zeigen. Ich habe ihn sehr bewundert und gern gehabt. Ich weiß noch, dass er einmal, an meinem Geburtstag, wie ein arabischer Wüstennomade gekleidet zum Unterricht kam, das dazugehörige Foto habe ich leider nicht mehr. Ein anderes Mal hat er sich als tschechischer Polizist verkleidet, aber diese Aufmachung hat mir gar nicht gefallen.
Überhaupt war er sehr geduldig und menschlich! Ich denke nicht, dass ich sehr fleißig geübt habe, zumindest nicht mehr, als ich 14 Jahre geworden bin. Im Nachhinein glaube ich, dass die Klavierstunden mit die schönsten Kindheitserlebnisse waren, die ich hatte!
Er hatte fast jede Woche ein anderes Dienstauto, denn er hatte einen japanischen Sponsor, der ein Haus in einem ziemlich teuren Münchner Bezirk hatte. Dort fanden auch alle sechs Monate Konzerte statt, bei denen jeder seiner Schüler ein oder zwei Stücke spielen musste. Er hatte viele Schüler, vielleicht 30 oder so, und er hat nicht jeden genommen. Nur welche mit Talent. Er meinte immer, ich hätte durchaus Talent, aber ein wenig mehr Fleiß stünde mir gut.
Doch zurück zum Thema Dienstauto; manchmal hat er mich ein Stück mitfahren lassen, bis zur nächsten Kreuzung, wenn ein Modell mir besonders gut gefallen hat und ich wissen wollte, wie es sich darin sitzen ließe. Einmal hatte er z.B. ein englisches Taxi, eins mit Einstiegshilfe. Also quasi ein Trittpedal, das an der Seite des Wagens angebracht ist, damit man beim Einsteigen auch nicht den Fuß heben muss. Man hatte tatsächlich das Gefühl, wesentlich größer und wichtiger als alle anderen zu sein, wenn man in so einem Gefährt saß.
Obwohl ich nicht viel geübt habe, hat er mir sehr viel beigebracht und ich habe all das über Jahre hinweg nicht verlernt. Es gibt ein Lied, was er mir gezeigt hat, ohne das ich gar nicht mehr leben könnte, "Die Brecher". Von wem, keine Ahnung, aber es ist so, als würde dieses Lied mein gesamtes Leben auf einen Punkt bringen. Ich spiele es zwar nicht mehr so oft wie früher, aber allein die Tatsache, dass es existiert, gibt mir eine ungeheure Kraft.
Aber eigentlich wollte ich über eine konkrete Erinnerung berichten. Einmal spielte er mir ein Stück eines tschechischen Komponisten vor und fragte mich hinterher, welchen Titel dieses Stück wohl hätte. Es war sehr modern, so viel weiß ich noch. Eben diese moderne Art der Klassik, die jetzt ganz groß im Kommen ist und in den meisten Fällen klingt wie sinnfreies Gedudel. Aber dieses Stück war nicht so, sondern hatte durchaus eine Aussage. Ich hab minutenlang herumgerätselt, ich glaube, Schweigen ist mir noch nie so leicht zu gefallen. Irgendwann hatte ich dann eine Art Geistesblitz und ich sagte: "Das Leben."
Jedenfalls, ich lag richtig und er freute sich total, dass ich das erkannt hatte. Und seitdem mir diese Situation wieder eingefallen ist, habe ich eine unglaubliche Sehnsucht danach, dieses Stück wieder zu hören. Allerdings habe ich keinen Kontakt mehr zu ihm und ich weiß auch nicht, wie der Komponist heißt. Und selbst wenn ich es wüsstte, es wäre nutzlos, denn der Mensch ist so unbekannt, dass sein Stück bestimmt nicht leicht zu finden ist.
So, das wollte / musste ich loswerden. :)
In diesem Sinne,
die Sojabohne.
Dienstag, 1. Februar 2011
Dienstag, 11. Januar 2011
Glück ist ansteckend! :)
Klingt erst mal logisch, nicht? War es für mich aber nicht und ich war ehrlich überrascht, als mich diese Erkenntnis wie ein Blitz, der aus heiterem Himmel in ein Gebäude einschlägt, quasi überkam.
Das kam so: ein guter Freund von mir hat neuerdings eine Freundin, und kurioserweise hatte ich etwa um die Uhrzeit herum, von der er mir später erzählte, dass er sich da mit ihr getroffen hatte, ein Bauchgefühl mit der ungefähren Botschaft: "Der So-und-so ist jetzt gerade glücklich". Und sobald ich von ihm erfuhr, wie glücklich er genau ist, ist der Funke irgendwie auf mich übergesprungen. Ja, und seitdem bin auch ich glücklich und spüre sämtliche positiven Nebenwirkungen der Verliebtheit am eigenen Leib, ohne selber in dieser Situation zu stecken. Soll heißen, ich sehe meine aktuelle Situation ähnlich rosarot wie gerade auch er, und das nicht, weil ich selber verliebt wäre oder Grund hätte, glücklicher als sonst zu sein, sondern - weil ER glücklich ist. Ich bin also glücklich, weil jemand anders, der mir viel bedeutet, glücklich ist.
Das ist auch so, wenn es um meine beste Freundin geht. Sie löst sich gerade von einem Menschen, der ihr noch nie besonders gutgetan hat - warum pickt sie sich auch immer nur die Arschlöcher heraus??? - und gewinnt somit allmählich wieder an Optimismus. Zudem hat sie neuerdings einige neue Freunde und fühlt sich Stück für Stück wieder besser. Nun bin ich eigentlich ein Mensch, der bei Freundschaften fast stirbt vor Eifersucht, wenn einer meiner persönlichen VIPs neue Leute dazugewinnt, Weil ich dann einen totalen Koller bekomme, ich könnte ja an Wichtigkeit verlieren oder so. Aber in diesem Fall fürchte ich mich kein Stück, sondern freue mich einfach nur mit ihr, mehr noch, ich lasse mich Stück für Stück von ihrem Glück anstecken. Und ganz nebenbei merke ich auch noch, dass ich gar nicht erst Gefahr laufe, meine "Position" zu verlieren, wenn ich die Sache entspannter angehe, anstatt herumzuzicken und zu eifersüchteln.
Oder, kurz gesagt: Glück ist ansteckend! Denn was ist der Mensch ohne Familie und Freunde? :)
In diesem Sinne,
die Sojabohne.
Das kam so: ein guter Freund von mir hat neuerdings eine Freundin, und kurioserweise hatte ich etwa um die Uhrzeit herum, von der er mir später erzählte, dass er sich da mit ihr getroffen hatte, ein Bauchgefühl mit der ungefähren Botschaft: "Der So-und-so ist jetzt gerade glücklich". Und sobald ich von ihm erfuhr, wie glücklich er genau ist, ist der Funke irgendwie auf mich übergesprungen. Ja, und seitdem bin auch ich glücklich und spüre sämtliche positiven Nebenwirkungen der Verliebtheit am eigenen Leib, ohne selber in dieser Situation zu stecken. Soll heißen, ich sehe meine aktuelle Situation ähnlich rosarot wie gerade auch er, und das nicht, weil ich selber verliebt wäre oder Grund hätte, glücklicher als sonst zu sein, sondern - weil ER glücklich ist. Ich bin also glücklich, weil jemand anders, der mir viel bedeutet, glücklich ist.
Das ist auch so, wenn es um meine beste Freundin geht. Sie löst sich gerade von einem Menschen, der ihr noch nie besonders gutgetan hat - warum pickt sie sich auch immer nur die Arschlöcher heraus??? - und gewinnt somit allmählich wieder an Optimismus. Zudem hat sie neuerdings einige neue Freunde und fühlt sich Stück für Stück wieder besser. Nun bin ich eigentlich ein Mensch, der bei Freundschaften fast stirbt vor Eifersucht, wenn einer meiner persönlichen VIPs neue Leute dazugewinnt, Weil ich dann einen totalen Koller bekomme, ich könnte ja an Wichtigkeit verlieren oder so. Aber in diesem Fall fürchte ich mich kein Stück, sondern freue mich einfach nur mit ihr, mehr noch, ich lasse mich Stück für Stück von ihrem Glück anstecken. Und ganz nebenbei merke ich auch noch, dass ich gar nicht erst Gefahr laufe, meine "Position" zu verlieren, wenn ich die Sache entspannter angehe, anstatt herumzuzicken und zu eifersüchteln.
Oder, kurz gesagt: Glück ist ansteckend! Denn was ist der Mensch ohne Familie und Freunde? :)
In diesem Sinne,
die Sojabohne.
Dienstag, 4. Januar 2011
2011 :)))
So, Leutchens, es ist 2011! :))) Ich weiß nicht warum, aber irgendwie habe ich das Gefühl, dass dieses Jahr das beste, erfolgreichste, ereignisgeladenste und veränderungsgeprägteste Jahr meines bisherigen Lebens sein wird. OK, eigentlich weiß ich schon, warum - ich werde Abitur machen, nach Rostock ziehen und möglichst rechtzeitig mein Studium anfangen. Und falls sich das zeitlich noch unterbringen lässt, lass ich mir von meiner besten Freundin so gegen August segeln beibringen. :) Kurz gesagt, es wird sich eine Menge verändern, und das wurde ja auch allmählich Zeit! :)
So, und hiermit wünsche ich allen (auch denen, die das hier NICHT lesen, welche klar in der Überzahl sind, sie werden es aber bestimmt dank ihrem hoffentlich existenten sechsten Sinn dennoch irgendwie wahrnehmen)ein frohes, erfolgreiches, zufriedenes (etc.) neues Jahr.
In diesem Sinne,
die Sojabohne.
So, und hiermit wünsche ich allen (auch denen, die das hier NICHT lesen, welche klar in der Überzahl sind, sie werden es aber bestimmt dank ihrem hoffentlich existenten sechsten Sinn dennoch irgendwie wahrnehmen)ein frohes, erfolgreiches, zufriedenes (etc.) neues Jahr.
In diesem Sinne,
die Sojabohne.
Mittwoch, 22. Dezember 2010
Winter :)))
Ich habe es satt, von meiner Umwelt immerzu zu hören, wie fürchterlich diese Jahrezeit doch sei. Zugegeben, ich bin auch nicht gerade erfreut darüber, dass ich mein Auto wegen der dicken Eisschicht auf den Straßen und den nicht vorhandenen Winterreifen nicht hernehmen kann - aber man muss doch alles positiv sehen!
WINTER
Das Wesen über uns
renoviert die graue Welt,
deren Farbe unser Schmutz
überdeckt, verwaschen hat.
Denn unter Schnee und Eis
bepinseln kleine Gnome
Gras, Wolken, Stein und Himmel
und streichen Falten glatt,
die wir geworfen haben.
Sie nähen Flicken auf die Kleider,
die wir getragen haben,
malen Blumen auf den Schimmel,
den wir gewähren ließen,
bauen Brücken über Gräben,
die wir gegraben haben,
und machen keine Pausen,
bis die Welt erneuert ist.
Denn sie haben wenig Zeit
und sie wissen ohne Zweifel,
dass die Arbeit, die sie leisten,
von Jahr zu Jahr noch mehr wird.
Wenn im Frühjahr alles wegschmilzt
und die Farben schöner strahlen
als das Silber dieser Welt –
dann denk an all die Gnome,
die unsern Dreck und Müll
entfernen und den Schaden,
den wir alljährlich bringen,
ohne Vorwurf wieder richten.
Dank den Gnomen, nicht den Räumern,
dank dem Schnee und nicht dem Salz,
und sieh ein, dass ziemlich vieles
nicht ist, wie es dir scheint.
In diesem Sinne,
die Sojabohne
WINTER
Das Wesen über uns
renoviert die graue Welt,
deren Farbe unser Schmutz
überdeckt, verwaschen hat.
Denn unter Schnee und Eis
bepinseln kleine Gnome
Gras, Wolken, Stein und Himmel
und streichen Falten glatt,
die wir geworfen haben.
Sie nähen Flicken auf die Kleider,
die wir getragen haben,
malen Blumen auf den Schimmel,
den wir gewähren ließen,
bauen Brücken über Gräben,
die wir gegraben haben,
und machen keine Pausen,
bis die Welt erneuert ist.
Denn sie haben wenig Zeit
und sie wissen ohne Zweifel,
dass die Arbeit, die sie leisten,
von Jahr zu Jahr noch mehr wird.
Wenn im Frühjahr alles wegschmilzt
und die Farben schöner strahlen
als das Silber dieser Welt –
dann denk an all die Gnome,
die unsern Dreck und Müll
entfernen und den Schaden,
den wir alljährlich bringen,
ohne Vorwurf wieder richten.
Dank den Gnomen, nicht den Räumern,
dank dem Schnee und nicht dem Salz,
und sieh ein, dass ziemlich vieles
nicht ist, wie es dir scheint.
In diesem Sinne,
die Sojabohne
Samstag, 11. Dezember 2010
Eine dreiste Behauptung
Ich glaube, ich habe meinen Blog in letzter Zeit sehr vernachlässigt, aber ich habe überhaupt so einiges ausgeblendet. Glücklicherweise habe ich mal zur Abwechslung ein wenig Zeit und einen aufschreibenswerten Gedanken im gleichen Augenblick. :)
Meine beste Freundin hat auf ihrem Handy teilweise echt miese Musik gespeichert. So was wie "Jason the Ruler... Everybody's looking for love..." usw. Den Titel des Liedes habe ich komplett verdrängt, und im Grunde ist er auch irrelevant. Es geht mir vielmehr um den soeben zitierten Text, also um die dreiste Behauptung, absolut jeder sei auf der Suche nach Liebe bzw. einer anderen Person, mit der man dieses Gefühl ausleben kann. Ich kann diese honigsüße, naive Vorstellung vieler junger Mädchen von wegen großer Liebe, Mr. Perfect, Traumprinz, usw., auf den Tod nicht ausstehen! Zugegeben, mit dieser Ansicht stehe ich relativ alleine da, wenn ich mein Leben mit dem meiner Jahrgangskameraden vergleiche, denn die meisten von denen sind vergeben und hoffnungslos verromantisiert. Ich hingegen bin seit über einem Jahr Single aus Überzeugung, was mir an sich gar nicht ähnlich sieht.
Es ist gar nicht so lange her, da war ich diejenige, die meinen Freunden ständig wegen Liebeskummer oder Ähnlichem in den Ohren gelegen ist - jetzt ist die Lage eher umgekehrt, und es fällt mir verdammt schwer, diesen amourösen Wahnsinn noch nachzuvollziehen. Ich habe das Gefühl, als wäre in meinem Gehirn der Bereich, der für die Anwendung "Liebe" zuständig ist - quasi Liebe.EXE - deaktiviert oder amputiert worden. Was aber nichts daran geändert hat, dass ich ein Lebensziel habe bzw. etwas, wonach ich suche. Und das bringt mich auf die Idee, dass eventuell nicht jeder nach Liebe suchen könnte, dass Liebe nicht der Dreh- und Angelpunkt der Welt ist.
Die Frage ist natürlich, wie man Liebe definiert. Schließlich gibt es auch noch die Liebe zu Eltern oder Freunden oder Geschwistern o.Ä., und wenn dieses Ressort miteinbezogen wird, stellt es tatsächlich eine Art Nebenmittelpunkt meines Lebens dar. Allerdings kann ich all das gerade überhaupt nicht beurteilen und es kommt mir so vor, als würde mir gleich der Kopf platzen. Ich habe im Moment einfach zu viele Ideen dazu im Schädel, um sie aufzuschreiben.
In diesem Sinne,
die Sojabohne.
Meine beste Freundin hat auf ihrem Handy teilweise echt miese Musik gespeichert. So was wie "Jason the Ruler... Everybody's looking for love..." usw. Den Titel des Liedes habe ich komplett verdrängt, und im Grunde ist er auch irrelevant. Es geht mir vielmehr um den soeben zitierten Text, also um die dreiste Behauptung, absolut jeder sei auf der Suche nach Liebe bzw. einer anderen Person, mit der man dieses Gefühl ausleben kann. Ich kann diese honigsüße, naive Vorstellung vieler junger Mädchen von wegen großer Liebe, Mr. Perfect, Traumprinz, usw., auf den Tod nicht ausstehen! Zugegeben, mit dieser Ansicht stehe ich relativ alleine da, wenn ich mein Leben mit dem meiner Jahrgangskameraden vergleiche, denn die meisten von denen sind vergeben und hoffnungslos verromantisiert. Ich hingegen bin seit über einem Jahr Single aus Überzeugung, was mir an sich gar nicht ähnlich sieht.
Es ist gar nicht so lange her, da war ich diejenige, die meinen Freunden ständig wegen Liebeskummer oder Ähnlichem in den Ohren gelegen ist - jetzt ist die Lage eher umgekehrt, und es fällt mir verdammt schwer, diesen amourösen Wahnsinn noch nachzuvollziehen. Ich habe das Gefühl, als wäre in meinem Gehirn der Bereich, der für die Anwendung "Liebe" zuständig ist - quasi Liebe.EXE - deaktiviert oder amputiert worden. Was aber nichts daran geändert hat, dass ich ein Lebensziel habe bzw. etwas, wonach ich suche. Und das bringt mich auf die Idee, dass eventuell nicht jeder nach Liebe suchen könnte, dass Liebe nicht der Dreh- und Angelpunkt der Welt ist.
Die Frage ist natürlich, wie man Liebe definiert. Schließlich gibt es auch noch die Liebe zu Eltern oder Freunden oder Geschwistern o.Ä., und wenn dieses Ressort miteinbezogen wird, stellt es tatsächlich eine Art Nebenmittelpunkt meines Lebens dar. Allerdings kann ich all das gerade überhaupt nicht beurteilen und es kommt mir so vor, als würde mir gleich der Kopf platzen. Ich habe im Moment einfach zu viele Ideen dazu im Schädel, um sie aufzuschreiben.
In diesem Sinne,
die Sojabohne.
Samstag, 20. November 2010
Angst
Es heißt oft, das destruktivste Gefühl überhaupt sei der Hass, aber das ist nicht wahr. In Wirklichkeit ist es nämlich die Angst, schon alleine deswegen, weil sie die Grundvoraussetzung dafür ist, dass Hass überhaupt entstehen kann. Nichts auf der Welt richtet so viel Schaden an wie die Furcht vor dem, was wir tun müssen bzw. gerne tun würden.
Z. B. die Angst vor dem Versagen. Man tut etwas zum ersten Mal bzw. hat es noch nie erfolgreich hingekriegt und zerbricht sich tagelang vorher den Kopf darüber, ob es (diesmal) hinhauen wird. Man malt sich aus, was wohl passieren wird, wenn es nicht klappt, und wie die Freunde und Eltern darauf reagieren werden. V. a., was diese Leute von einem denken werden. Denn keinem Menschen auf der Welt kann es ernsthaft egal sein, was seine Freunde von ihm halten. Ein Mensch ohne Freunde ist wie ein Baum ohne Wurzeln, deshalb will man seine Leute auch nicht verlieren.
Oder die Angst vor der Zukunft. Man zweifelt an den eigenen Fähigkeiten, da diese die Basis für ein erfolgreiches eigenes Leben sind. Sollten sie unzureichend sein, steht man vor dem beruflichen Nichts. Man kann seine Entscheidungen und Leistungen nicht den anderen überlassen, keiner aus dir selbst kann dein Leben für dich leben. Wenn also ich es nicht alleine schaffe, mir eine gute Zukunft zu erarbeiten – wer soll es sonst für mich tun? Die Angst kann einen lähmen und daran hindern, überhaupt etwas zu schaffen.
Zu guter Letzt die Angst vor den Menschen. Die Angst, schlechter als andere zu sein, weniger zu können, weniger zu bewegen. Man glaubt, nicht so humorvoll, originell, wortgewandt, sympathisch, fleißig, klug - oder was auch immer – wie andere zu sein, und das lähmt einen so sehr, dass man es wirklich nicht ist und genauso behandelt wird, wie man es immer befürchtet hat. Man entwickelt Neid, und aus Neid kann Hass werden, entweder auf sich selbst oder auf die anderen. Der Rest der Menschheit mutiert vor dem inneren Auge zu "Halbgöttern", die alles besser wissen und können; sobald irgendwas schiefläuft, zweifelt man unwillkürlich zuallererst an sich und dann vielleicht irgendwann mal an seiner Umwelt.
Ich glaube, dass mehr Leute unter diesen Ängsten leiden, als man denkt, aber die meisten verstehen sich bestens darauf, ihre Komplexe zu cachieren.
In diesem Sinne,
die Sojabohne.
Z. B. die Angst vor dem Versagen. Man tut etwas zum ersten Mal bzw. hat es noch nie erfolgreich hingekriegt und zerbricht sich tagelang vorher den Kopf darüber, ob es (diesmal) hinhauen wird. Man malt sich aus, was wohl passieren wird, wenn es nicht klappt, und wie die Freunde und Eltern darauf reagieren werden. V. a., was diese Leute von einem denken werden. Denn keinem Menschen auf der Welt kann es ernsthaft egal sein, was seine Freunde von ihm halten. Ein Mensch ohne Freunde ist wie ein Baum ohne Wurzeln, deshalb will man seine Leute auch nicht verlieren.
Oder die Angst vor der Zukunft. Man zweifelt an den eigenen Fähigkeiten, da diese die Basis für ein erfolgreiches eigenes Leben sind. Sollten sie unzureichend sein, steht man vor dem beruflichen Nichts. Man kann seine Entscheidungen und Leistungen nicht den anderen überlassen, keiner aus dir selbst kann dein Leben für dich leben. Wenn also ich es nicht alleine schaffe, mir eine gute Zukunft zu erarbeiten – wer soll es sonst für mich tun? Die Angst kann einen lähmen und daran hindern, überhaupt etwas zu schaffen.
Zu guter Letzt die Angst vor den Menschen. Die Angst, schlechter als andere zu sein, weniger zu können, weniger zu bewegen. Man glaubt, nicht so humorvoll, originell, wortgewandt, sympathisch, fleißig, klug - oder was auch immer – wie andere zu sein, und das lähmt einen so sehr, dass man es wirklich nicht ist und genauso behandelt wird, wie man es immer befürchtet hat. Man entwickelt Neid, und aus Neid kann Hass werden, entweder auf sich selbst oder auf die anderen. Der Rest der Menschheit mutiert vor dem inneren Auge zu "Halbgöttern", die alles besser wissen und können; sobald irgendwas schiefläuft, zweifelt man unwillkürlich zuallererst an sich und dann vielleicht irgendwann mal an seiner Umwelt.
Ich glaube, dass mehr Leute unter diesen Ängsten leiden, als man denkt, aber die meisten verstehen sich bestens darauf, ihre Komplexe zu cachieren.
In diesem Sinne,
die Sojabohne.
Dienstag, 5. Oktober 2010
Der Herbst ist da
Ola, Leutchens! :)
Es ist mal wieder Zeit für ein Gedicht meiner Wenigkeit, wie ich finde. :) Diesmal ist es ein eine Art von Liebeslied, irgendwie passt es aber nicht vollständig in diese Rubrik hinein. Die Entstehungsgeschichte war etwa so, dass ich im Zug nach Züssow gesessen bin und durch das Fenster eine ziemlich seltsame Landschaft gesehen habe. Mitten auf einem abgeernteten Feld war so etwas wie ein kleiner Teich, und in der Mitte des Teiches wuchs ein wuchtiger Baum mit extrem fetten Wurzeln, die richtiggehend aus dem Wasser herausragten. Der Baum war absolut kahl und verzweigt und auf den Ästen saßen und flogen und nisteten Dutzende von Krähen. Zu allem Überfluss hing genau über dem Szenario auch noch eine dicke schwarze Wolke. Ich hatte bis dato noch nie eine Ahnung, was man unter einer Todesinsel versteht - aber das war eine! Ich war mächtig fasziniert bzw. paralysiert, weil ich nie damit gerechnet hätte, dieses "Phänomen" in Mecklenburg-Vorpommern mal eben so nebenbei zu entdecken. Eher so in der Ferne in einer totalen Ausnahmesituation...
Wie auch immer, diese "Todesinsel" war für mich die Verbildlichung meiner Gefühle für eine Person, die ich mal geliebt habe. Mittlerweile ist unser Verhältnis zueinander einfach nur noch "tot", genau wie die Landschaft, die ich gesehen habe.
DER HERBST IST DA
Was meine Seele fühlt,
das sagen keine Worte,
das zeigt dir nur ein Bild,
das ich vor Augen hab.
Siehst du das klare Wasser,
auf dem die Krähen nisten?
Siehst du die kahlen Bäume –
grad wie Gewitterhexen –
an deren nackten Wurzeln
die Vögel Nester baun?
Siehst du das braune Unlicht,
das keine Schatten wirft
und das die glatte Rinde
so schön erscheinen lässt?
Und siehst du meine Augen,
wie ein Gefühl sie weitet,
das alles überschreitet,
wofür es Namen gibt?
Sag, gibt es dafür Worte?
Sag, gibt es dafür Sinn?
Ein Ende – oder Anfang?
Verlust – oder Gewinn?
Kannst du die Träne sehen,
die mein stummes Auge freigibt,
das dich nicht sehen will?
Der Herbst ist da. Ade.
In diesem Sinne,
die Sojabohne.
Es ist mal wieder Zeit für ein Gedicht meiner Wenigkeit, wie ich finde. :) Diesmal ist es ein eine Art von Liebeslied, irgendwie passt es aber nicht vollständig in diese Rubrik hinein. Die Entstehungsgeschichte war etwa so, dass ich im Zug nach Züssow gesessen bin und durch das Fenster eine ziemlich seltsame Landschaft gesehen habe. Mitten auf einem abgeernteten Feld war so etwas wie ein kleiner Teich, und in der Mitte des Teiches wuchs ein wuchtiger Baum mit extrem fetten Wurzeln, die richtiggehend aus dem Wasser herausragten. Der Baum war absolut kahl und verzweigt und auf den Ästen saßen und flogen und nisteten Dutzende von Krähen. Zu allem Überfluss hing genau über dem Szenario auch noch eine dicke schwarze Wolke. Ich hatte bis dato noch nie eine Ahnung, was man unter einer Todesinsel versteht - aber das war eine! Ich war mächtig fasziniert bzw. paralysiert, weil ich nie damit gerechnet hätte, dieses "Phänomen" in Mecklenburg-Vorpommern mal eben so nebenbei zu entdecken. Eher so in der Ferne in einer totalen Ausnahmesituation...
Wie auch immer, diese "Todesinsel" war für mich die Verbildlichung meiner Gefühle für eine Person, die ich mal geliebt habe. Mittlerweile ist unser Verhältnis zueinander einfach nur noch "tot", genau wie die Landschaft, die ich gesehen habe.
DER HERBST IST DA
Was meine Seele fühlt,
das sagen keine Worte,
das zeigt dir nur ein Bild,
das ich vor Augen hab.
Siehst du das klare Wasser,
auf dem die Krähen nisten?
Siehst du die kahlen Bäume –
grad wie Gewitterhexen –
an deren nackten Wurzeln
die Vögel Nester baun?
Siehst du das braune Unlicht,
das keine Schatten wirft
und das die glatte Rinde
so schön erscheinen lässt?
Und siehst du meine Augen,
wie ein Gefühl sie weitet,
das alles überschreitet,
wofür es Namen gibt?
Sag, gibt es dafür Worte?
Sag, gibt es dafür Sinn?
Ein Ende – oder Anfang?
Verlust – oder Gewinn?
Kannst du die Träne sehen,
die mein stummes Auge freigibt,
das dich nicht sehen will?
Der Herbst ist da. Ade.
In diesem Sinne,
die Sojabohne.
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