Es war einmal eine preußische Kronprinzessin und spätere Königin, die hieß Elisabeth Christine. Verheiratet war sie mit Friedrich dem Großen, der das weibliche Geschlecht nicht wirklich liebte. Was er schätzte, waren männliche Eigenschaften, deshalb hieß es auch oft, er sei homosexuell. Nun, Elisabeth war wohl sehr hübsch, herzensgut und liebevoll, aber nicht besonders gebildet und elegant, und deshalb mochte Friedrich sie auch nicht. Sobald sein Vater gestorben war - der hatte Elisabeth sehr gemocht - schenkte Friedrich ihr Schloss Schönhausen, mit den Worten: "Hier kannst du schön hausen." In den folgenden 50 Jahren hat er sie so gut wie nie besucht und nur zu Repräsentationszwecken herbestellt. Das Einzige, was er nach siebenjähriger Trennung - also nach dem siebenjährigem Krieg - zu ihr sagte, war: "Madame sind korpulenter geworden."
So viel zum geschichtlichen Hintergrund. Was mich aber sehr erschreckt, abstößt und auch irgendwie rührt, ist die Art und Weise, wie Elisabeth sich trotz all dieser Demütigungen ihrem Mann gegenüber verhalten hat. Sie war immer bemüht, ihm jeden Wunsch von den Augen abzulesen - wenn sie ihn denn einmal zu Gesicht bekam - und tat alles, um ihm zu gefallen. Das merkte dieser auch, aber gerührt hat es ihn offensichtlich nicht. Ganz im Gegenteil, in Briefen an seine Schwester machte er sich sogar über sie lustig. Sie liebte ihn wohl über alles, angeblich hatte sie sich auf den ersten Blick in ihn verliebt.
Als Romanstoff klingt das ja grauenvoll romantisch - quasi als Ideal der stets aufopfernden Liebe - aber im wahren Leben würde man diese Frau höchstens belächeln. Man muss der Dame natürlich zugute halten, dass sie mit 17 Jahren verheiratet wurde und Friedrich ihre einzige große Liebe war, die sie abgöttisch verehrte. Es ist ja gar nicht vorstellbar, wie naiv viele Frauen früher erzogen wurden!
Diese Geschichte kann man wohl nur als absolutes Negativbeispiel verbuchen, wie eine Ehe - in diesem Fall eher arrangiert - nicht ablaufen sollte. Ich bin wirklich unschlüssig, ob ich die Dame bemitleiden oder auslachen soll.
In diesem Sinne,
die Sojabohne.
Samstag, 15. August 2009
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