Dienstag, 28. Juli 2009

Sex sells

Vor einiger Zeit, ich glaube, es war vor ca. zwei Jahren, bekam ich eine sehr interessante E-Mail. Das Interessante daran war aber nicht der Inhalt, sondern eher die Tatsache, wie solche Inhalte überhaupt legal verschickt werden konnten.

Spam bekommt man so gut wie jeden Tag, Penisvergrößerungen und Traumreisen sind Gang und Gebe. Auch knapp bekleidete Frauen sind da ganz "normal", man kann der Sexualität heutzutage ja gar nicht mehr entkommen. Wenn in einer banalen Spam-Mail aber pornographische Bilder von jungen Mädchen zu sehen sind, zwischen 7 und 15 vielleicht, dann frage ich mich ernsthaft, womit DAS gerechtfertigt werden soll. Eine erwachsene Frau kann freilich selbst entscheiden, wie viel welcher Personenkreis wo von ihr zu sehen bekommt. Aber bei Kindern geht so etwas ja nicht nur gegen das Gesetz, sondern auch gegen die Menschenwürde!

Gewöhnlich bin ich kein großer Fan der hiesigen Gesetze - z. B. was das Arbeitsrecht oder die Überwachung in der Öffentlichkeit angeht - aber Gesetze zur Kinderpornographie können gar nicht streng genug eingehalten werden!

Jedenfalls taten mir diese Kinder Leid. Es muss ein grauenhaftes Schicksal sein, gezwungen zu werden, sich vor der halben Welt auszuziehen. Vielleicht wissen sie auch nicht, dass ihre Bilder in alle Welt geschickt werden, wer weiß, aber es ist gewiss schlimm genug, sich überhaupt gegen den eigenen Willen halbnackt fotographieren zu lassen. Einmal ganz davon abgesehen, dass man nicht wissen kann, was noch alles mit ihnen angestellt wurde!

Vielleicht wirkt eine solche Anklage der Verhältnisse heutzutage deplatziert. Ich meine, man kann doch überall im Internet solche Bilder herunterladen. Alle pornographischen Seiten können die Behörden gar nicht aufstöbern und hinauskicken, vor allem, weil viele davon über US-amerikanische Anbieter laufen. Dort gibt es anscheinend weniger strenge Vorgaben für den Inhalt von Internetseiten.

...sodass es wieder einmal auf eine Anklage unserer gesamten Gesellschaft hinausläuft. Man braucht ja nicht einmal das Haus zu verlassen, um sich tagtäglich mit nackter Haut konfrontiert zu sehen, und draußen wimmelt es sowieso davon. Auf Plakaten, in Filmen und in eigentlich allen Medien sind die provisorischen 10 bis 20 Prozent Sex enthalten.

Wahrscheinlich kann man den Medien nicht einmal einen Vorwurf daraus machen, denn letztlich versuchen die nur, bestimmte Produkte bestmöglich zu verkaufen. Das ist eben die Devise unserer Zeit. Alles soll besser, schneller und nachhaltiger an den Kunden gebracht werden, Profit. Sicher, das war irgendwie schon immer so - aber jetzt gibt es die effizientesten Mittel dazu. Und der Sexualtrieb ist nun einmal einer der stärksten, also wird er auch für das moderne Marketing genutzt.

Man müsste es eigentlich mit Rousseau halten: "Zurück zur Natur!"

Oh brave new world, that has such people in it...

In diesem Sinne,
die Sojabohne.

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