Mittwoch, 29. Juli 2009

Was brauchst du?

Es ist unglaublich, wie wenig der Mensch zum Glücklichsein braucht. Manchmal reicht schon ein gelungener Tag mit Freunden oder ein Mirabellenbaum, um einem das zu geben, was der Mensch allgemeinhin als vollständige Zufriedenheit bezeichnet.

Ich weiß, das klingt irgendwie rührig, aber über solche Ereignisse kommt man dann doch ins Grübeln, was man wirklich braucht. Soweit ich mich erinnern kann, kam vor den Ferien in Deutsch einmal ein Gedicht dran, wo es darum ging, dass man im Prinzip nur einen Baum und ein Haus braucht, um glücklich zu sein. Das halte ich aber für Quatsch, denn ein wenig mehr s0llte es schon sein.

Natürlich muss für das Überleben gesorgt sein, also wäre so etwas wie Kleidung und Essen/Trinken in genügender Menge ein guter Anfang. Ohne Gesellschaft ist aber alles doof, also bräuchte man noch ein paar liebe Mitmenschen, das heißt, Familie, Bekannte und Freunde. Als Ergänzung wäre eventuell auch eine funktionierende Liebesbeziehung anzustreben, notfalls lässt es sich aber auch ohne gut leben, das hängt wahrscheinlich vom Grundcharakter einer Person ab.

Freilich, heutzutage bekommen wir all das geboten, und noch mehr. Unterhaltung ist uns so sehr zum Alltag geworden, dass es immer schwieriger wird, sich ihr zu entziehen. Daran ist im Prinzip gar nichts auszusetzen, denn Unterhaltung gehört zur menschlichen Natur. Schließlich MUSS es einen Gegenpol zu Stress und Alltag geben.

Kurze Zusammenfassung: Zunächst einmal braucht der Mensch Wohnung, Nahrung, Kleidung und ein soziales Gefüge, dem er sich zugehörig fühlt. Dazu kommt aber noch Unterhaltung, eine Möglichkeit also, Dinge zu erleben, die sich vom Alltag abheben.

Gut und schön. Stellen wir uns also vor, all das wäre jedem gegeben. Keiner hätte versorgungstechnische Schwierigkeiten, jeder hätte Spaß und Erholung ohne Limit. Das klingt ja ganz schön, aber noch immer fehlt etwas: der Sinn. Ohne eine Aufgabe, die einem eine besondere Bedeutung für den Rest der Menschheit verleiht, käme man sich nach einer Zeit doch sehr nutzlos vor. Bei Beamten gibt es tatsächlich eine entsprechende Berufskrankheit, das so genannte "Bore-Out-Syndrom".

Rein theoretisch müsste eine erfüllende und Sinngebende Aufgabe den Menschen also vollends zufriedenstellen. Wie gesagt, rein theoretisch, denn eigentlich ist doch alles bisher Erwähnte für viele vorhanden. Dabei klammere ich einmal ganz bewusst diejenigen aus, die an Armut, Krankheit und Arbeitslosigkeit leiden, von denen es freilich weit mehr gibt. Worauf ich eigentlich hinauswill, ist, dass oft auch welche, die alles haben, nicht glücklich sind. Fehlt diesen Leuten etwas? Ich glaube nicht. Außer vielleicht die Erkenntnis, dass ihnen nichts fehlt.

In diesem Sinne,
die Sojabohne.

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen