Ich habe mich immer schon besonders gut mit Leuten verstanden, die jenseits der deutschen Landesgrenzen leben bzw. mal gelebt haben. Und ich rede nicht von Österreich und Co., sondern auch von Ländern wie Großbritannien, Kroatien, Rumänien, Indien, Pakistan und Vietnam. Da wo ich jetzt lebe, habe ich leider weniger Multikulti in meiner Nachbarschaft. =(
Wie auch immer, vor etwa einem Jahr bekam ich von guten Bekannten aus Manchester eine Musik-CD mit der für mich höchst mysteriösen Aufschrift "Busted" geschenkt. Das ist eine im Moment in England höchst angesagte Boy-Group. Also Befruchtungsmusik. Aber man will ja offen für Neues sein, also ab mit der Scheibe in die Musikanlage.
Erstes Lied: "What I go to school for". Es geht offensichtlich um einen Jungen, der schon x Freundinnen hatte und sich jetzt unsterblich in seine 33jährige Lehrerin verliebt. Rätselhafterweise kommen die beiden tatsächlich zusammen und verabschieden sich gemeinsam von der Schule. Unterlegt mit sanften, malerischen Melodien, während der Sänger schildert, wie er die Frau beim Umziehen beobachtet. Befruchtungsmusik eben.
Zweites Lied: "You said no". Aaalso, ein junger Mann fragt ein besonders populäres Mädchen in der Disko, ob sie nicht mit ihm tanzen mag. Sie sagt Nein, weil er ihr nicht genug Geld hat, und amüsiert sich wochenlang mit ihren Freundinnen über ihn. Er sieht daraufhin ein, wie bescheuert die Schul-Diva doch ist, und angelt sich ihre Schwester, die ihn gerne nimmt. Dieses Lied ist auch noch gut hörbar, kein Schmalz, keine Ohs und Ahs. Aber mal ehrlich, mächtig soft ist das Ganze doch schon. *bäääh*
Drittes Lied: "Britney". Der Protagonist hat sich ein Mädchen namens Britney verliebt, das leider einen Freund hat. Das kümmert ihn aber nicht und am liebsten würde er die Arme sofort besteigen. Ab dieser Nummer wird es allmählich kitschig, die ersten Seufzer finden sich in der Gesangsbegleitung.
Viertes Lied: "Losing you". Folgende Situation: ein Junge wurde von seiner Freundin verlassen, und daran ist er offensichtlich selbst Schuld. Eine ziemliche Jammerorgie jedenfalls, ständig Ah und Oh und Uh und Seufzer. Warum trotzdem so getan wird, als sei dieses Lied eine wahnsinnig harte Nummer, ist mir schleierhaft.
Die nächsten Lieder ("Psycho Girl", "All the Way", "Sleeping with the Light on", "Without You", ...) gehen in dieselbe Richtung, wobei von Nummer zu Nummer offensichtlicher wird, dass es sich zweifelsfrei um Befruchtungsmusik handelt. Na ja, jetzt weiß ich wenigstens, wozu ich diese CD verwenden kann, falls ich niemanden finde, der sie haben will. Nicht, dass MICH diese Pseudo-Musik so wahnsinnig anmachen würde - ganz im Gegenteil! Aber man kann ja nie wissen, was man im Laufe des Lebens noch für Leute kennen lernt.
Fazit: schmalzige, pseudo-harte, dauerspitze Weicheier gibt es überall auf der Welt. Amen.
In diesem Sinne,
die Sojabohne.
Dienstag, 20. Oktober 2009
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